Kurz und einfach erklärt
Der Beitrag geht um den Hausnotruf. Das ist ein kleiner Knopf, den Sie am Körper tragen. Mit dem Knopf können Sie Hilfe rufen.
Das ist wichtig für ältere Menschen, die allein leben.
Der Beitrag erklärt, wie Sie ein passendes Gerät wählen. Er erklärt auch, wie ein Antrag auf einen Zuschuss abläuft.
Der Knopf hilft nur, wenn Sie ihn tragen. Üben Sie den Notruf einmal. Prüfen Sie, ob das Gerät in allen Räumen geht.
Wir helfen Ihnen bei Auswahl, Antrag und Einrichtung bei Ihnen zu Hause.
Ein Sturz in der Küche, ein Schwindelanfall im Bad, ein Kreislaufzusammenbruch im Flur - und niemand ist in der Nähe: Für viele allein lebende ältere Menschen und ihre Angehörigen ist genau das die größte Sorge. Ein Hausnotruf nimmt sie ernst. Auf Knopfdruck stellt das Gerät eine Verbindung zu einer rund um die Uhr besetzten Servicezentrale her, die im Notfall Hilfe organisiert - von den Angehörigen bis zum Rettungsdienst. Was viele nicht wissen: Die Pflegekasse beteiligt sich seit dem 1. April 2026 mit 27,00 Euro (Pflege-helfer24) pro Monat an den Kosten, zuvor waren es 25,50 Euro. Dazu kommt ein einmaliger Zuschuss von 10,49 Euro (Pflegekompass) für die Einrichtung. Damit wird ein Basis-Hausnotruf ab Pflegegrad 1 für allein lebende Menschen in vielen Fällen nahezu kostenlos. Trotzdem schrecken viele vor dem Antrag und der Technik zurück - dabei sind beide Schritte gut zu bewältigen, wenn man weiß, worauf es ankommt. Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie Sie den passenden Hausnotruf auswählen, den Zuschuss bei der Pflegekasse beantragen und das Gerät zuhause richtig einrichten. Und wenn Sie bei Auswahl, Antrag oder Anschluss Unterstützung möchten, helfen wir Ihnen bei Ihnen zuhause geduldig weiter.
Das Wichtigste in Kürze
- Seit dem 1. April 2026 übernimmt die Pflegekasse 27,00 Euro pro Monat für einen anerkannten Hausnotruf (zuvor 25,50 Euro), dazu einmalig 10,49 Euro für Anschluss und Einrichtung (Pflege-helfer24, Pflegekompass).
- Voraussetzung sind mindestens Pflegegrad 1 und überwiegendes Alleinleben - schon die niedrigste Stufe genügt, denn der Hausnotruf zählt nach § 40 SGB XI als Pflegehilfsmittel.
- Der Antrag ist überschaubar: erst den Pflegegrad klären, dann einen Anbieter wählen, der Vertragspartner der Pflegekasse ist - dieser reicht die Formulare meist gleich mit ein.
- Zur Grundausstattung aus Basisstation und tragbarem Sender passen je nach Lebenssituation ein Sturzsensor, ein Mobilgerät mit Ortung oder ein Schlüsseldepot am Haus.
- Ein Hausnotruf hilft nur, wenn der Sender zuverlässig am Körper getragen wird, der Notruf einmal geübt wurde und die Technik im ganzen Wohnbereich funktioniert.
Was ein Hausnotruf im Alltag leistet
Ein Hausnotruf besteht im Kern aus zwei Teilen: einer Basisstation, die an das Telefonnetz oder das Mobilfunknetz angeschlossen wird, und einem kleinen Sender, den die ältere Person als Armband oder Kette am Körper trägt. Gerät die Person in eine Notlage, genügt ein Druck auf den Knopf: Die Basisstation baut eine Sprechverbindung zu einer Servicezentrale auf, die rund um die Uhr besetzt ist. Dort meldet sich geschultes Personal, verschafft sich einen Überblick und leitet die passende Hilfe ein - je nach Lage werden Angehörige, Nachbarn oder direkt der Rettungsdienst verständigt. Der große Wert liegt darin, dass Hilfe auch dann kommt, wenn die Person selbst nicht mehr zum Telefon gelangt. Gerade Stürze sind hier das größte Thema: Rund ein Drittel (Robert Koch-Institut) der Menschen über 65 stürzt mindestens einmal im Jahr, bei den über 80-Jährigen ist es etwa jeder Zweite (Weltgesundheitsorganisation). Stürze zählen damit zu den häufigsten Ursachen für Verletzungen im höheren Alter (Robert Koch-Institut). Wer nach einem Sturz allein und ohne Hilfe am Boden liegt, verliert wertvolle Zeit - genau diese Lücke schließt ein Hausnotruf.
So läuft der Notruf im Alltag ab
Neu 2026: der erhöhte Zuschuss der Pflegekasse
Der Hausnotruf zählt rechtlich zu den Pflegehilfsmitteln und wird nach § 40 SGB XI von der Pflegekasse bezuschusst. Neu ist seit dem 1. April 2026 die Höhe: Statt der zuvor jahrelang geltenden 25,50 Euro (Pflege-helfer24) übernimmt die Pflegekasse nun 27,00 Euro (Pflege-helfer24) pro Monat für ein anerkanntes Gerät. Hinzu kommt eine einmalige Pauschale von 10,49 Euro (Pflegekompass) für den Anschluss und die Einrichtung. Weil ein einfaches Basispaket bei vielen Anbietern in einer ähnlichen Größenordnung liegt, deckt der monatliche Zuschuss die Grundausstattung in vielen Fällen weitgehend ab - der Hausnotruf wird für Berechtigte damit erfahrungsgemäß nahezu kostenlos. Wichtig ist, dass der Zuschuss direkt zwischen Anbieter und Pflegekasse abgerechnet werden kann, wenn der Anbieter ein Vertragspartner der Kasse ist. Dann müssen Sie nicht in Vorleistung gehen. Zusatzleistungen wie ein Sturzsensor, ein mobiles Gerät mit GPS für unterwegs oder ein Schlüsseldepot sind meist nicht vom Grundzuschuss gedeckt und werden gesondert berechnet.
| Merkmal | Ohne Zuschuss | Mit Pflegekassen-Zuschuss |
|---|---|---|
| Monatliche Grundgebühr | voller Eigenanteil | bis 27,00 Euro übernommen |
| Einrichtung/Anschluss | selbst zu zahlen | 10,49 Euro einmalig übernommen |
| Voraussetzung | keine | Pflegegrad 1 und Alleinleben |
| Abrechnung | selbst | direkt über die Pflegekasse möglich |
| Ergebnis im Alltag | spürbare Kosten | für das Basispaket meist nahezu kostenlos |
Ab Pflegegrad 1 lohnt sich der Antrag in aller Regel
Voraussetzungen: Pflegegrad und Alleinleben
Damit die Pflegekasse den Hausnotruf bezuschusst, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein. Erstens braucht die Person mindestens Pflegegrad 1 - die niedrigste Stufe reicht bereits. Zweitens muss sie überwiegend allein leben oder in vergleichbaren Situationen große Teile des Tages allein sein, sodass im Notfall nicht sofort jemand helfen kann. Das trifft auf sehr viele Haushalte zu: Etwa ein Drittel (Statistisches Bundesamt) der Menschen über 65 in Deutschland lebt allein, bei den hochbetagten Frauen ist der Anteil noch deutlich höher. Die Pflegekasse legt die Voraussetzungen im Pflegehilfsmittelverzeichnis fest, das der GKV-Spitzenverband führt. Ein ärztliches Attest ist für den Hausnotruf in der Regel nicht nötig; entscheidend sind der Pflegegrad und die Wohnsituation. Die folgenden Punkte fassen zusammen, wann der Anspruch besteht:
- Es liegt mindestens Pflegegrad 1 vor - schon die niedrigste Stufe genügt.
- Die Person lebt allein oder ist tagsüber über längere Zeit ohne Hilfe im Haushalt.
- Sie kann im Notfall nicht sicher selbst zum Telefon gelangen oder Hilfe rufen.
- Der gewählte Anbieter ist ein anerkannter Vertragspartner der Pflegekasse.
- Das Gerät entspricht den Anforderungen des Pflegehilfsmittelverzeichnisses.
Schritt für Schritt: den Zuschuss beantragen
Der Antrag auf den Hausnotruf-Zuschuss ist unkomplizierter, als viele befürchten. In der Praxis übernimmt oft der gewählte Hausnotruf-Anbieter einen Großteil der Formalitäten, weil er die Anträge routiniert bei den Pflegekassen einreicht. Trotzdem hilft es, den Ablauf zu kennen, damit nichts liegen bleibt. Wer noch keinen Pflegegrad hat, stellt zuerst einen Antrag auf Pflegeleistungen bei der Pflegekasse - das ist der Kranken- und Pflegeversicherung angegliedert. Ist der Pflegegrad da, folgt der eigentliche Antrag auf den Hausnotruf als Pflegehilfsmittel. Die einmalige Anschlusspauschale von 10,49 Euro (Pflegekompass) und die monatliche Beteiligung werden anschließend in der Regel direkt zwischen Anbieter und Kasse verrechnet. Die folgende Reihenfolge führt sicher durch den Prozess:
- Pflegegrad prüfen: Liegt noch kein Pflegegrad vor, bei der Pflegekasse einen Antrag stellen.
- Anbieter auswählen, der Vertragspartner der Pflegekasse ist und in Ihrer Region tätig ist.
- Antrag auf den Hausnotruf als Pflegehilfsmittel stellen - der Anbieter reicht ihn meist mit ein.
- Bewilligung der Pflegekasse abwarten; bei anerkanntem Anspruch übernimmt sie 27,00 Euro monatlich.
- Gerät liefern, anschließen und einweisen lassen - danach ist der Notruf sofort einsatzbereit.
Das richtige Gerät auswählen
Nicht jeder Hausnotruf ist gleich, und die Unterschiede liegen im Detail. Die Grundausstattung aus Basisstation und tragbarem Sender deckt den klassischen Notfall zuhause ab. Darüber hinaus gibt es sinnvolle Ergänzungen, die je nach Lebenssituation den Ausschlag geben. Ein Sturzsensor erkennt einen Sturz automatisch und löst auch dann aus, wenn die Person den Knopf nicht mehr drücken kann. Ein mobiles Gerät mit Ortung schafft Sicherheit auch unterwegs, etwa beim Spaziergang oder Einkauf. Ein Schlüsseldepot am Haus sorgt dafür, dass Rettungskräfte ohne aufgebrochene Tür hineinkommen. Wichtig ist, dass die Technik zur Person passt: gut ertastbare Knöpfe, eine klare Sprachverbindung und ein Sender, der auch unter der Dusche getragen werden kann. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Bausteine:
Notrufknopf am Körper
Der Sender als Armband oder Kette löst auf Knopfdruck den Notruf aus - leicht, wasserfest und jederzeit griffbereit.
Basisstation
Sie stellt die Sprechverbindung zur Servicezentrale her, über Festnetz oder Mobilfunk, mit Freisprecheinrichtung im Raum.
Sturzsensor
Erkennt einen Sturz automatisch und löst aus, auch wenn die Person den Knopf selbst nicht mehr betätigen kann.
Mobilgerät mit Ortung
Ein Gerät für unterwegs mit Standortbestimmung gibt auch beim Spaziergang oder Einkauf Sicherheit.
Servicezentrale rund um die Uhr
Geschultes Personal nimmt den Ruf entgegen, verschafft sich einen Überblick und organisiert die passende Hilfe.
Schlüsseldepot
Ein sicher verwahrter Schlüssel am Haus lässt Rettungskräfte hinein, ohne dass die Tür beschädigt werden muss.
Hausnotruf und Smart Home sinnvoll kombinieren
Ein Hausnotruf ist die Basis, lässt sich aber gut mit weiterer Technik verbinden, die den Alltag zuhause sicherer macht. Eine Video-Türklingel zeigt auf einem Bildschirm oder dem Smartphone, wer vor der Tür steht, ohne dass die Person aufstehen muss - das schafft Sicherheit gegen unerwünschte Besucher an der Haustür. Ein smartes Türschloss lässt sich per App öffnen und kann Angehörigen oder dem Pflegedienst einen kontrollierten Zugang geben. Wer möchte, ergänzt Sicherheitskameras, die einen Blick auf Eingang oder Garten erlauben. Besonders wirksam gegen nächtliche Stürze ist eine automatische Beleuchtung, die den Weg zur Toilette ausleuchtet - wie das gelingt, zeigt unser Beitrag zu smarten Lichtern zur Sturzprävention. Welche Kombination im Einzelfall sinnvoll ist, klären wir gern in einer Smart-Home-Beratung - ohne Technik-Kauderwelsch und in Ruhe erklärt.
Worauf Sie beim Vertrag achten sollten
Häufige Hürden - und wie sie sich lösen lassen
So sinnvoll ein Hausnotruf ist, in der Praxis hängt es oft an zwei Stellen: am Antrag und an der Technik. Der Antrag wirkt bürokratisch, dabei sind die Formulare überschaubar und der Anbieter hilft meist mit. Die Technik wiederum verunsichert viele ältere Menschen - die Basisstation muss ans Telefonnetz oder Mobilfunknetz, der Sender muss geladen und die Reichweite in der Wohnung geprüft werden. Kommt ein neues Gerät ins Haus, stellt sich schnell die Frage, ob das WLAN überhaupt überall stabil ist. Wenn Funklöcher oder ein schwaches Signal Sorgen bereiten, hilft ein Blick auf die WLAN-Optimierung zuhause, damit auch vernetzte Ergänzungen zuverlässig funktionieren. Der beste Hausnotruf nützt wenig, wenn der Sender im Schrank liegt oder der Knopf aus Unsicherheit nicht gedrückt wird. Deshalb gehört zu einem guten Start grundsätzlich eine geduldige Einweisung, bei der die Person den Ablauf einmal selbst ausübt.
Die Faustregel
Technik zuverlässig anschließen und einrichten
Der Antrag ist gestellt, das Gerät ist da - jetzt kommt es auf die richtige Einrichtung an. Die Basisstation muss am passenden Ort stehen, damit die Sprechverbindung im ganzen Wohnbereich funktioniert, der Sender wird auf Reichweite geprüft und die Hinterlegung der Notfalldaten kontrolliert. Genau diese Schritte nehmen wir älteren Menschen und ihren Angehörigen ab. Wir kommen zu Ihnen nach Hause, richten die Technik ein, testen den Notruf gemeinsam und erklären geduldig, wie alles funktioniert - auch mehrfach, wenn es hilft. Für ältere Menschen bieten wir mit unserer Technik-Hilfe für Senioren den passenden Rahmen: fester Ansprechpartner, kein Call-Center und viel Zeit. Transparente Konditionen und die Hausbesuch-Pauschale finden Sie auf der Seite zu unseren Preisen. Wer das Heimnetz gleich mit auf einen sicheren Stand bringen möchte, findet im Ratgeber zum sicheren WLAN-Router die passenden Schritte.
Beraten und auswählen
Wir hören zu, klären die Wohnsituation und empfehlen die Ausstattung, die wirklich passt - ohne unnötige Zusatzpakete.
Beim Antrag helfen
Wir unterstützen beim Ausfüllen der Formulare für Pflegegrad und Hausnotruf, damit der Zuschuss zügig bewilligt wird.
Gerät anschließen
Wir stellen die Basisstation auf, prüfen die Reichweite des Senders und hinterlegen die Notfalldaten sauber.
Geduldig einweisen
Wir üben den Notruf einmal gemeinsam, erklären jeden Schritt und wiederholen so lange, bis alles sicher sitzt.
Die beste Absicherung für den Notfall ist die, die man auch bedienen kann. Ein Hausnotruf hilft nur, wenn Technik und Mensch zusammenpassen - dafür nehmen wir uns Zeit.
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