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Smart Home

Raumklima messen: Schimmel in der Heizsaison vermeiden

Luftfeuchte und CO2 im Blick behalten: welche Werte das Umweltbundesamt nennt, wie eine Messung zu Hause aussieht und wie daraus eine Lüftungsroutine wird.

16 Min. Lesezeit RaumklimaLuftfeuchteSchimmelHeizsaisonSensoren

Kurz und einfach erklärt

In der Heizzeit bleiben die Fenster oft zu. Dann wird die Luft drinnen feucht. An kalten Stellen kann Schimmel wachsen.

Wie feucht die Luft ist, spürt man kaum. Ein kleines Messgerät kann es Ihnen zeigen.

Auch verbrauchte Luft lässt sich messen. So wissen Sie besser, wann Sie lüften sollten.

Heizen Sie nicht zu kalt. Eine Messung über längere Zeit sagt mehr als ein einzelner Wert.

Wir setzen die Messgeräte mit Ihnen an gute Stellen. Die Werte sehen Sie dann auf Ihrem Handy.

Im Herbst kehrt ein Problem zurück, das den Sommer über keine Rolle spielt: Die Fenster bleiben zu, draußen ist die Luft kalt und trocken, drinnen warm und feucht. Was die warme Raumluft an Wasser trägt, setzt sich an der kältesten Stelle des Raums ab, und genau dort beginnt Schimmel. Das Umweltbundesamt nennt einen Zielbereich, den man sich merken kann: Die relative Luftfeuchte in der Raumluft sollte zwischen 40 und 60 Prozent (Umweltbundesamt) liegen. Eine Erhöhung über Tage und Wochen oberhalb von 60 Prozent kann bereits binnen weniger Tage das Wachstum von Schimmelpilzen begünstigen (Umweltbundesamt 2022). Das Unangenehme daran: Ob die Luftfeuchte knapp unter oder deutlich über 60 Prozent liegt, ist am Raumgefühl erfahrungsgemäß nicht zu unterscheiden. Sichtbar wird der Unterschied erst im Januar, als dunkler Rand hinter dem Schrank. Dieser Beitrag zeigt, welche Werte zählen, wie eine Messung im Haushalt praktisch aussieht und wie daraus eine Routine wird, die ohne tägliches Nachdenken auskommt - passend zur smarten Heizungssteuerung, die in derselben Saison ohnehin auf dem Tisch liegt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Zielbereich für die relative Luftfeuchte liegt zwischen 40 und 60 Prozent (Umweltbundesamt). Oberhalb von 60 Prozent über Tage und Wochen kann Schimmelwachstum binnen weniger Tage begünstigt werden (Umweltbundesamt 2022).
  • CO2 ist der zweite Messwert: Unter 1.000 ppm gilt die Raumluft als hygienisch unbedenklich, 1.000 bis 2.000 ppm als hygienisch auffällig mit der Empfehlung, den Luftwechsel zu erhöhen (Bundesgesundheitsblatt 2008).
  • Entscheidend ist nicht die Raumluft, sondern die Oberfläche: Bei 80 Prozent relativer Feuchte an der Oberfläche sind bei ausreichend hoher Oberflächentemperatur die Wachstumsbedingungen für viele innenraumrelevante Schimmelpilzarten erreicht (UBA-Schimmelleitfaden).
  • Zu kaltes Heizen erhöht das Risiko: Unter 16 bis 18 Grad in der Heizperiode steigt das Schimmelrisiko in genutzten Wohnungen zum Teil massiv; empfohlen werden tagsüber 19 bis 20 Grad (Umweltbundesamt 2022).
  • Einzelmessungen schwanken stark; für aussagekräftige Ergebnisse sind Langzeitmessungen über mehrere Wochen sinnvoll, weil sie auch das Lüftungsverhalten sichtbar machen (UBA-Schimmelleitfaden).

Warum die Heizsaison das Raumklima kippt

Physikalisch ist die Sache schnell erzählt. Wärmere Luft kann mehr Feuchte aufnehmen als kältere. Kühlt Raumluft an einer Wand, einem Fensterrahmen oder in einer Zimmerecke ab, steigt dort die relative Feuchte, obwohl sich am absoluten Wassergehalt nichts geändert hat. Das Umweltbundesamt beschreibt genau diesen Umkehrschluss: Kältere Raumluft erhöht die Gefahr für höhere relative Luftfeuchte und für Feuchtekondensation entlang kühler Oberflächen (Umweltbundesamt 2022). Besonders betroffen sind kalte Außenwände, kühle Oberflächen im Raum und Nischen, in denen anfallende Feuchte durch Lüften nur schwer abtransportiert wird.

Im Sommer fällt das nicht auf, weil die Temperaturunterschiede zwischen innen und außen klein sind und die Fenster ohnehin oft offen stehen. Ab Oktober kehrt sich das um. Die Wohnung wird beheizt, gekocht, geduscht, gewaschen und geatmet wie zuvor, aber die Feuchte hat keinen Weg mehr nach draußen. Wer in dieser Zeit zusätzlich sparen will und die Temperatur absenkt, verschiebt das Gleichgewicht weiter in die falsche Richtung. Deshalb gehört die Frage nach dem Raumklima an den Anfang jeder Sparüberlegung und nicht ans Ende - der Zusammenhang zwischen Heizkosten und Smart Home hat eine Rückseite, die selten mitgerechnet wird.

Sparen hat eine Untergrenze

Bei Absenkung der Innenraumlufttemperaturen in der Heizperiode unter 16 bis 18 Grad steigt das Risiko für Schimmelbildung in genutzten Wohnungen zum Teil massiv (Umweltbundesamt 2022). Empfohlen wird, die Raumtemperatur tagsüber nicht unter 19 bis 20 Grad zu senken; nachts kann über eine Nachtabsenkung 18 Grad eingestellt werden (Umweltbundesamt 2022). Wer eine Absenkung plant, sollte sie messtechnisch begleiten, statt sie zu schätzen; in einer Smart-Home-Beratung lässt sich das in einem Termin klären.

Zwei Zahlen, die den Ausschlag geben

Für den Alltag reichen zwei Messwerte, um die Lage einzuschätzen. Der erste ist die relative Luftfeuchte. Um das Schimmelrisiko so gering wie möglich zu halten, sollte sie in der Raumluft zwischen 40 und 60 Prozent liegen (Umweltbundesamt). Der zweite ist der CO2-Gehalt. Er sagt nichts über Feuchte aus, aber viel darüber, wie oft die Luft im Raum tatsächlich getauscht wird. Die Ad-hoc-Arbeitsgruppe Innenraumrichtwerte hat dafür Leitwerte veröffentlicht: unter 1.000 ppm hygienisch unbedenklich, 1.000 bis 2.000 ppm hygienisch auffällig mit der Empfehlung, den Luftwechsel zu erhöhen und das Lüftungsverhalten zu überprüfen, über 2.000 ppm hygienisch inakzeptabel (Bundesgesundheitsblatt 2008).

Der Reiz der Kombination liegt darin, dass beide Werte unterschiedliche Fragen beantworten. Die Feuchte sagt, ob sich an kühlen Flächen etwas absetzen kann. Das CO2 sagt, ob überhaupt gelüftet wurde. Steigen beide Kurven über Nacht gleichmäßig an und fallen morgens gemeinsam ab, ist die Routine in Ordnung. Bleibt die Feuchte hoch, während das CO2 längst gesunken ist, sitzt die Ursache nicht im Lüftungsverhalten, sondern in einer Quelle im Raum oder in der Bausubstanz.

  • Relative Luftfeuchte: Zielbereich 40 bis 60 Prozent in der Raumluft (Umweltbundesamt).
  • Handlungsschwelle Feuchte: In allen Räumen spätestens oberhalb von 60 Prozent relativer Feuchte vermehrt lüften (Umweltbundesamt 2022).
  • CO2 unter 1.000 ppm: hygienisch unbedenklich, keine weiteren Maßnahmen nötig (Bundesgesundheitsblatt 2008).
  • CO2 zwischen 1.000 und 2.000 ppm: hygienisch auffällig, Lüftungsmaßnahme und Überprüfung des Lüftungsverhaltens empfohlen (Bundesgesundheitsblatt 2008).
  • CO2 über 2.000 ppm: hygienisch inakzeptabel, die Belüftbarkeit des Raums gehört auf den Prüfstand (Bundesgesundheitsblatt 2008).

Relative Luftfeuchte

Der Wert, der über Kondensation entscheidet. Er reagiert auf Duschen, Kochen, Wäschetrocknen und auf die Zahl der Personen im Raum - und er reagiert träge, weil Wände und Möbel Feuchte puffern.

CO2-Gehalt

Der ehrlichste Anzeiger für den Luftwechsel. Er steigt, sobald Menschen im Raum sind, und fällt binnen weniger Minuten, wenn ein Fenster weit offen steht. Damit macht er Lüftungsroutinen überhaupt erst überprüfbar.

Temperatur am Messpunkt

Ohne Temperatur ist die relative Feuchte nicht zu deuten. Erst beide Werte zusammen erlauben eine Aussage darüber, was an einer kühlen Wandfläche im selben Raum passiert.

Was die Wand sieht, nicht was das Zimmer misst

Der wichtigste Denkfehler beim Raumklima ist die Annahme, ein Wert in der Raummitte gelte für den ganzen Raum. Er gilt nicht einmal für die gegenüberliegende Wand. Der UBA-Schimmelleitfaden rechnet das für ein gut gedämmtes Bauwerk vor: Bei 20 Grad Raumlufttemperatur und 50 Prozent relativer Raumluftfeuchte tritt selbst in der Außenecke hinter einem Schrank nur eine Oberflächenfeuchte von 73 Prozent auf (UBA-Schimmelleitfaden). Steigt die Raumluftfeuchte auf 60 Prozent, führt das an derselben Stelle bereits zu einer Oberflächenfeuchte von 88 Prozent, die Schimmelbefall ermöglicht (UBA-Schimmelleitfaden). Im unzureichend gedämmten Altbau fallen die Werte deutlich ungünstiger aus: Dort nennt derselbe Leitfaden hinter einem Schrank an der Außenwand bereits 89 Prozent Oberflächenfeuchte und in der Außenecke Tauwasserausfall (UBA-Schimmelleitfaden). Der Leitfaden weist diese Zahlen als theoretisch errechnete Werte unter stationären Bedingungen aus, die in der Praxis nicht immer exakt zutreffen.

Warum das zählt, zeigt die zweite Zahl aus demselben Leitfaden: Bei 80 Prozent relativer Feuchte an der Oberfläche sind bei ausreichend hoher Oberflächentemperatur die Wachstumsbedingungen für viele innenraumrelevante Schimmelpilzarten erreicht (UBA-Schimmelleitfaden). Zwischen 73 und 88 Prozent an der Wandoberfläche liegen in diesem Beispiel also zehn Prozentpunkte Raumluftfeuchte - und die Grenze, ab der eine Fläche als Nährboden taugt. Genau deshalb ist ein einzelner Sensor im Flur so wenig wert. Das Thema kennt jeder, der schon einmal versucht hat, die Wohnung im Sommer kühl zu halten: Es kommt darauf an, wo gemessen wird.

  • Sensoren gehören in die Räume mit den höchsten Feuchtelasten: Schlafzimmer, Bad, Küche.
  • Ein zweiter Messpunkt an der kühlsten Außenwand des kritischen Raums zeigt, wie weit Raum- und Wandwert auseinanderlaufen.
  • Nischen, Erker und Zimmerecken hinter Möbeln sind die typischen Problemstellen; dort steht der Sensor sinnvoller als in der Raummitte.
  • In schlecht gedämmten Wohnungen sollten massive Möbel wie Schränke und Betten nicht direkt an Außenwände gestellt werden, mindestens 3 bis 5 Zentimeter Abstand von der Außenwand einhalten (Umweltbundesamt 2022).
  • Keller, Abstellraum und Dachschräge werden gern vergessen und haben oft die ungünstigsten Werte im ganzen Haus.

Neubau und frisch saniert

Nach einem Neubau steckt Restbaufeuchte im Gebäude, die durch verstärktes Lüften aller Räume heraus muss. Man kann davon ausgehen, dass dies im Neubau in Massivbauweise erst nach 1 bis 2 Jahren erreicht ist (Umweltbundesamt). Wer in dieser Phase eine Sensorik einrichtet, hat die Kurve schwarz auf weiß und muss über die Ursache nicht diskutieren.

Woher die Feuchte im Haushalt kommt

Feuchte entsteht nicht aus dem Nichts, sondern hat wenige, gut bekannte Quellen. Das Umweltbundesamt beziffert den Beitrag der Bewohnerinnen und Bewohner: Ein Drei-Personen-Haushalt produziert etwa 6 bis 12 Liter Wasser als Dampf in der Wohnung, und je mehr Wasserdampf produziert wird, umso wichtiger wird regelmäßiges Lüften (Umweltbundesamt 2022). Dazu kommen Aktivitäten mit klarem Zeitprofil. Der UBA-Schimmelleitfaden zeigt das an einem Untersuchungsbeispiel, in dem die Feuchteproduktion einer Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern in einer 65 Quadratmeter großen Wohnung simuliert wurde: Zwischen 6 Uhr und 8 Uhr findet durch Kochen und Duschen eine besonders hohe Feuchteproduktion statt und abends zwischen 18 Uhr und 22 Uhr erneut (UBA-Schimmelleitfaden).

Diese Spitzen sind der Grund, warum eine Momentaufnahme wenig aussagt. Wer nachmittags einmal auf ein Hygrometer schaut, sieht den ruhigsten Punkt des Tages. Die interessanten Werte entstehen morgens im Bad und abends in der Küche, und im Schlafzimmer über die Nacht, wenn zwei Personen acht Stunden lang bei geschlossenem Fenster atmen. Ein Sensor mit Verlaufsaufzeichnung macht daraus eine Kurve statt einer Zahl - und die Kurve zeigt, an welcher Stelle des Tages eingegriffen werden muss.

  1. Bewohner: Ein Drei-Personen-Haushalt gibt etwa 6 bis 12 Liter Wasser als Dampf in der Wohnung ab (Umweltbundesamt 2022).
  2. Kochen und Duschen: Im Untersuchungsbeispiel des Leitfadens liegt die höchste Feuchteproduktion zwischen 6 und 8 Uhr sowie zwischen 18 und 22 Uhr (UBA-Schimmelleitfaden).
  3. Wäsche in der Wohnung: Ein Trockengestell im Wohnzimmer verschiebt den Tagesverlauf für Stunden nach oben.
  4. Zimmerpflanzen und Aquarien: kleine, aber dauerhafte Quellen, die in der Bilanz oft übersehen werden.
  5. Bausubstanz: Restbaufeuchte im Neubau, aufsteigende Feuchte oder ein unbemerkter Wasserschaden - eine Feuchtequelle, die kein Lüften wegbekommt und die Sensorik früh sichtbar macht, ähnlich wie es Wassermelder an neuralgischen Stellen tun.

Die Faustregel für die Heizsaison

Feuchte, die nicht hinausgelüftet wird, sucht sich die kälteste Fläche im Raum. Wer die Temperatur senkt, senkt gleichzeitig die Menge Wasser, die die Luft halten kann - die Feuchte verschwindet dadurch nicht, sie schlägt sich nur früher nieder. Deshalb sind Heizen und Lüften keine getrennten Themen, sondern zwei Stellschrauben an derselben Bilanz.

Messen statt schätzen

Für die Eigenkontrolle nennt der UBA-Schimmelleitfaden ausdrücklich einfache Geräte: Zur Eigenkontrolle, ob die Raumtemperatur ausreichend hoch ist und genügend gelüftet wurde, eignen sich einfache elektronische Thermo-Hygrometer, die günstig erhältlich sind (UBA-Schimmelleitfaden). Die Einschränkung steht im selben Absatz: Die damit gemessenen Werte erlauben nur eine grobe Einschätzung (UBA-Schimmelleitfaden). Für die Frage, ob gerade gelüftet werden sollte, reicht das. Für die Frage, warum es in einem bestimmten Raum wiederholt zu feucht wird, reicht es nicht.

MesswertGrüner BereichHandlungsschwelleWas der Wert anzeigt
Relative Luftfeuchte40 bis 60 Prozentdauerhaft über 60 Prozentob sich Feuchte an kühlen Flächen absetzen kann
CO2 in der Raumluftunter 1.000 ppm1.000 bis 2.000 ppmwie oft die Luft im Raum tatsächlich getauscht wird
Raumtemperatur tagsüber19 bis 20 Gradunter 16 bis 18 Gradwie viel Wasser die Raumluft überhaupt halten kann
Feuchte an der Wandoberflächedeutlich unter 80 Prozentab etwa 80 Prozentob eine Fläche als Nährboden taugt

Der Unterschied zwischen Ablesen und Messen liegt in der Zeitachse. Der Leitfaden ist an dieser Stelle deutlich: Da die Ergebnisse von Einzelmessungen starken Schwankungen unterliegen, sind für aussagekräftige Ergebnisse Langzeitmessungen von mehreren Wochen zum Beispiel mittels Datenlogger sinnvoll, wodurch auch das Lüftungsverhalten erfasst werden kann (UBA-Schimmelleitfaden). Solche Klimaaufzeichnungen sind in der Regel in der kalten Jahreszeit sinnvoll und sollten an den wichtigen Bereichen erfolgen, also an vermuteten kühlen Oberflächen, in der Raumluft und gegebenenfalls in der Außenluft (UBA-Schimmelleitfaden).

Genau das leisten vernetzte Raumklimasensoren heute nebenbei. Sie messen im Minutentakt, schreiben den Verlauf mit und legen ihn auf dem Telefon ab. Wichtig ist, dass die Sensoren untereinander und mit der Zentrale zuverlässig sprechen; ein gerätefremdes Funkprotokoll oder ein schwaches Netz im Keller macht aus der Messreihe eine Lückenkette. Wie herstellerübergreifende Verbindungen inzwischen funktionieren, haben wir im Beitrag zum Matter-Standard beschrieben; wo das Funknetz die Grenze ist, hilft eine Optimierung des WLAN mehr als ein weiterer Sensor.

Lüften nach Messwert statt nach Gefühl

Sobald die Werte vorliegen, wird aus der Diskussion über richtiges Lüften eine Rechenaufgabe. Das Umweltbundesamt gibt konkrete Zeiten an. In der kalten Jahreszeit reicht es je nach Temperatur und Wind aus, 2- bis 3-mal am Tag für etwa 5 Minuten pro Raum mit einem oder mehreren weit geöffneten Fenstern für eine ausreichende Lüftung zu sorgen (Umweltbundesamt). Im Schlafzimmer soll morgens nach dem Aufstehen für 5 bis 10 Minuten bei weit offenem Fenster gelüftet werden; in Küche und Bad sollen während sowie unmittelbar nach dem Kochen oder Duschen für 5 bis 10 Minuten die Fenster weit geöffnet werden (Umweltbundesamt).

In der warmen Jahreszeit soll in der Regel etwas länger gelüftet werden, je nach Temperatur und Wind 10 bis 20 Minuten pro Lüftung, weil der Luftaustausch langsamer erfolgt, wenn die Temperatur draußen und in der Wohnung annähernd gleich ist (Umweltbundesamt). Diese Angaben sind Richtwerte, keine Vorschriften. Der Sensor sagt, ob sie im konkreten Raum ausreichen: Fällt das CO2 nach fünf Minuten wieder unter die 1.000-ppm-Marke, ist die Sache erledigt. Bleibt der Wert im Bereich zwischen 1.000 und 2.000 ppm hängen, war das Fenster zu klein, zu kurz offen oder es fehlt der Durchzug.

  • Morgens im Schlafzimmer 5 bis 10 Minuten weit öffnen, direkt nach dem Aufstehen (Umweltbundesamt).
  • Während und unmittelbar nach dem Duschen oder Kochen 5 bis 10 Minuten weit öffnen (Umweltbundesamt).
  • In der kalten Jahreszeit 2- bis 3-mal am Tag je Raum etwa 5 Minuten mit weit geöffneten Fenstern lüften (Umweltbundesamt).
  • Spätestens oberhalb von 60 Prozent relativer Feuchte in allen Räumen vermehrt lüften (Umweltbundesamt 2022).
  • Nach dem Lüften prüfen, ob das CO2 tatsächlich gefallen ist - erfahrungsgemäß ist das die Kontrolle, die am schnellsten Klarheit über die eigene Routine bringt.
  • Die Erinnerung an die Routine kann dieselbe Zentrale übernehmen, die auch die vernetzten Rauchwarnmelder im Blick behält.

Heizen, Möblieren, automatisieren

Sensorik allein verändert nichts. Sie liefert die Grundlage für drei Eingriffe, die in dieser Reihenfolge sinnvoll sind. Erstens die Temperatur: Eine generelle Absenkung der Raumlufttemperaturen in regelmäßig genutzten Wohnräumen erhöht das Schimmelrisiko (Umweltbundesamt 2022), weshalb die empfohlenen 19 bis 20 Grad tagsüber der Ausgangspunkt bleiben und die Nachtabsenkung bei 18 Grad endet. Zweitens die Möblierung: In schlecht gedämmten Wohnungen sollten massive Möbel wie Schränke und Betten nicht direkt an die Außenwände gestellt werden, mindestens 3 bis 5 Zentimeter Abstand sind einzuhalten (Umweltbundesamt 2022). Drittens die Automatisierung.

Automatisieren heißt in diesem Fall zunächst: erinnern. Ein Hinweis auf dem Telefon, wenn die Feuchte im Schlafzimmer über 60 Prozent steigt, ist wirksamer als jede Regel im Kopf. Ein Sprachassistent kann die Werte auf Zuruf nennen, was besonders dort hilft, wo niemand eine weitere App öffnen möchte. Wer weitergehen will, koppelt Heizkörperthermostate an die Messwerte, sodass ein Raum vor der üblichen Duschzeit auf Temperatur kommt und nicht erst danach. Erfahrungsgemäß ist der Nutzen dieser Kopplung größer als der einer weiteren Sensorstelle.

Um das Schimmelrisiko so gering wie möglich zu halten, sollte die relative Luftfeuchte in der Raumluft zwischen 40 und 60 Prozent liegen.

Umweltbundesamt, Wie lüfte ich richtig? Tipps und Tricks zur richtigen Lüftung

Bei allem, was automatisch läuft, gilt eine Einschränkung: Eine Automatik ist so gut wie ihre Verbindung. Fällt der Anschluss aus, laufen Regeln, die in der Wohnung liegen, weiter, während Regeln in einem entfernten Dienst stillstehen. Wir richten deshalb lokal ein, was lokal laufen kann. Was zu tun ist, wenn der Anschluss selbst das Problem ist, steht im Beitrag zur Störungssuche beim Internetanschluss.

Was wir bei Ihnen zu Hause einrichten

Messstellen festlegen

Wir gehen die Räume durch, suchen die kühlsten Flächen und setzen die Sensoren dorthin, wo sie etwas aussagen. In der Regel reichen drei bis vier Messpunkte in einer Wohnung, um die kritischen Stellen abzudecken.

Auswertung einrichten

Verlauf auf dem Telefon, verständliche Schwellen, ein Hinweis bei 60 Prozent. Auf Wunsch koppeln wir die Werte mit der Heizungssteuerung und legen die Zeiten gemeinsam fest.

Routine besprechen

Wir gehen den Tagesablauf durch und legen fest, wann gelüftet wird und wer daran denkt. Das funktioniert im Haushalt mit Kindern anders als bei zwei Berufstätigen - für Familien und für ältere Menschen sieht die Lösung entsprechend anders aus.

Wir arbeiten im Raum Hildesheim und im Leinetal, also unter anderem in Hildesheim und den Nachbarorten. Ein Termin dauert typischerweise eine Stunde; was er kostet, steht offen auf der Seite mit den Preisen. Wenn im selben Zug ohnehin eine Klimaanlage oder ein Luftentfeuchter im Gespräch ist, sehen wir uns das mit an, statt einen zweiten Termin daraus zu machen. Für Haushalte, in denen bereits Geräte stehen, aber niemand die Werte deutet, ist die Einrichtung meist eher eine Sortierarbeit als ein Neuaufbau - eine Situation, die wir auch bei Smart Home für ältere Menschen regelmäßig antreffen.

Quellen und Studien

Dieser Artikel stützt sich auf die Verbraucherinformationen des Umweltbundesamts zum richtigen Lüften (Stand 13.12.2024) und zur Absenkung der Raumtemperatur in Herbst und Winter (Stand 22.09.2022), auf den Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden der Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes (Stand April 2024) sowie auf die Bekanntmachung des Umweltbundesamtes zu gesundheitlich-hygienischen Leitwerten für Kohlendioxid in der Innenraumluft im Bundesgesundheitsblatt 51 (2008), Seiten 1358 bis 1369.

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