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Sicherheit & Datensicherung

Passkeys einrichten: so klappt das Anmelden ohne Passwort

Passkeys Schritt für Schritt einrichten: wo der Schlüssel liegt, wie die Anmeldung am PC mit dem Handy klappt und was bei Verlust des Geräts zu tun ist.

18 Min. Lesezeit SicherheitPasskeysAnleitungSmartphone

Kurz und einfach erklärt

Viele Dienste bieten jetzt Passkeys an. Mit einem Passkey melden Sie sich ohne Passwort an. Sie nutzen dafür Ihren Finger, Ihr Gesicht oder eine Geheimzahl.

Der geheime Schlüssel bleibt auf Ihrem Gerät. Den Passkey vom Handy können Sie auch am Computer nutzen.

Legen Sie vorher einen weiteren Weg in Ihr Konto fest. Das hilft, wenn das Handy verloren geht. Der Beitrag zeigt, was Sie dann tun können.

Der Beitrag erklärt auch Passkeys beim Online-Banking. Wir richten Passkeys mit Ihnen an Ihren Geräten ein.

Beim Onlineshop, beim E-Mail-Postfach oder in der App der Bank taucht zunehmend ein neuer Knopf auf: „Passkey erstellen“ oder „Ohne Passwort anmelden“. Viele tippen ihn weg, weil unklar ist, wo der Passkey danach liegt, wie die Anmeldung am Computer klappt, wenn er im Handy steckt, und was passiert, wenn das Handy verloren geht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellt Passkeys als der Anmeldung mit Benutzername und Passwort in vielerlei Hinsicht überlegen dar: Sie können nicht zu kurz sein, nicht vergessen werden und gehen seltener durch Phishing verloren. Dieser Beitrag erklärt in Ruhe, was beim Einrichten passiert, welche Vorbereitung sich lohnt, wie die Anmeldung am PC mit dem Smartphone funktioniert und wie ein Notfallweg aussieht, mit dem Sie nach einem Geräteverlust wieder in Ihre Konten kommen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Passwortloses Anmelden nutzen 21 Prozent (Cybersicherheitsmonitor 2026) der Befragten ab 16 Jahren mit Internetzugang, ein Jahr zuvor waren es 16 Prozent.
  • Ein Passkey besteht aus zwei Schlüsseln: Der geheime bleibt auf Ihrem Gerät, nur der öffentliche liegt beim Dienst. Fingerabdruck, Gesicht oder Geräte-PIN geben den geheimen Schlüssel frei (BSI).
  • Am PC melden Sie sich mit dem Passkey aus dem Handy an, indem Sie einen QR-Code vom Bildschirm scannen. Dafür muss an beiden Geräten Bluetooth eingeschaltet sein (BSI).
  • Vor dem ersten Passkey zwei Dinge sichern: eine Bildschirmsperre mit eigener PIN und einen zweiten Weg ins Konto, etwa ein Zweitgerät, Ersatzcodes oder das bisherige Passwort.
  • Gerät verloren: erst aus der Ferne sperren, dann die SIM-Karte sperren lassen, Passkeys aus der Sicherung auf das neue Gerät holen und Passkeys, die nur auf dem alten Gerät lagen, in den Konten löschen.
  • Beim Online-Banking verlangt das EU-Recht mindestens zwei Elemente aus Wissen, Besitz und Inhärenz (Art. 97 und Art. 4 Nr. 30 PSD2). Überweisungen bestätigen Sie dort in der Regel weiterhin einzeln mit Betrag und Empfänger.

Warum Passkeys jetzt überall auftauchen

Die Anmeldung mit Benutzername und Passwort gehört zu den ältesten Schlössern im Internet und zugleich zu den schwächsten. Passwörter sind schwer zu merken, jedes Konto sollte ein eigenes bekommen, und bei Datenlecks oder durch Phishing können sie trotzdem gestohlen werden (BSI). Passkeys setzen genau hier an: Statt eines Geheimnisses, das Sie eintippen und das der Dienst ebenfalls kennt, arbeitet im Hintergrund ein Schlüsselpaar. Für Sie bleibt davon ein Fingerabdruck, ein Blick in die Kamera oder die PIN, mit der Sie ohnehin Ihr Handy entsperren.

Die Zahl der Menschen, die so arbeiten, wächst. Im Cybersicherheitsmonitor 2026 von BSI und Polizeilicher Kriminalprävention gaben 21 Prozent (Cybersicherheitsmonitor 2026) der Befragten an, passwortloses Anmelden zu nutzen, ein Jahr zuvor waren es 16 Prozent. Die Zwei-Faktor-Anmeldung kommt auf 40 Prozent (Cybersicherheitsmonitor 2026), nach 34 Prozent im Vorjahr. Befragt wurden im Januar 2026 3.060 Menschen (Cybersicherheitsmonitor 2026) ab 16 Jahren, die in Deutschland in einem Privathaushalt leben und einen Internetzugang haben.

Gleichzeitig ist das Verfahren vielen noch fremd. In einer Online-Befragung des BSI unter 1.519 Menschen (BSI-Verbraucherbefragung 2024) ab 16 Jahren im Frühjahr 2024 kannten nach einer Erklärung des Verfahrens 38 Prozent (BSI-Verbraucherbefragung 2024) Passkeys zumindest vom Begriff her, 18 Prozent (BSI-Verbraucherbefragung 2024) gaben an, sie bereits zu nutzen. Die Studie weist selbst darauf hin, dass diese Selbsteinschätzung von den tatsächlichen Anteilen abweichen kann, weil viele Befragte Passkeys mit anderen Verfahren verwechseln. Wer Passkeys auch künftig nicht nutzen möchte, nennt am häufigsten die Sorge vor einem umständlichen und komplexen Anmeldeverfahren: 23 Prozent (BSI-Verbraucherbefragung 2024) dieser Gruppe gaben das als wesentlichen Grund an.

Genau diese Sorge lässt sich mit etwas Vorbereitung auflösen. Die Einrichtung selbst ist kurz, und wer einmal verstanden hat, wo der Passkey liegt und wie der Rückweg nach einem Geräteverlust aussieht, kommt mit dem Verfahren gut zurecht. Darum geht es in den folgenden Abschnitten.

Fingerabdruck am Handy ist noch kein Passkey

Wer sein Smartphone per Fingerabdruck oder Gesichtsscan entsperrt, nutzt damit noch keinen Passkey. Passkeys werden ausschließlich für die Anmeldung bei einem Onlinedienst verwendet und müssen dort einmal eingerichtet werden. Das Entsperren des Geräts bleibt, wie es ist (BSI).

Was ein Passkey ist und was er nicht ist

Beim Einrichten erzeugt Ihr Gerät zwei zusammengehörige Schlüssel. Den geheimen, privaten Schlüssel legt es in seinem geschützten Speicher ab. Den öffentlichen Schlüssel bekommt der Onlinedienst, also zum Beispiel der Shop oder der E-Mail-Anbieter (BSI). Melden Sie sich später an, schickt der Dienst eine Zufallszahl als Aufgabe. Ihr Gerät beantwortet sie mit einer Signatur, die nur der geheime Schlüssel erzeugen kann, und der Dienst prüft die Antwort mit dem öffentlichen Schlüssel. Der geheime Schlüssel wird dabei weder verschickt noch offengelegt (BSI).

Daraus folgen die Vorteile, die das BSI aufzählt. Ein Passkey kann nicht zu simpel oder zu kurz sein, Sie können ihn nicht vergessen, und er wird schnell und automatisch erstellt. Weil für jede Webseite und jedes Konto ein eigenes Schlüsselpaar entsteht, betrifft ein Missbrauch nur dieses eine Konto. Und weil Browser oder Betriebssystem bei jeder Anmeldung prüfen, ob die Seite wirklich die ist, für die der Passkey erstellt wurde, funktioniert er auf einer gefälschten Phishing-Seite nicht (BSI). Selbst wenn eine täuschend echte Mail Sie auf eine falsche Seite lockt, erfahren die Täter dort nichts, was sie verwenden könnten.

Es ist unwahrscheinlicher, dass Passkeys durch Phishing oder Datendiebstahl verloren gehen.

BSI, Passkeys – anmelden ohne Passwort

Auch ein Passkey arbeitet mit zwei Faktoren, nur fallen sie kaum auf. Der erste ist der Besitz des Geräts mit dem geheimen Schlüssel, der zweite Ihr Fingerabdruck, Ihr Gesicht oder die Geräte-PIN. Dieser zweite Faktor wird nur Ihrem eigenen Gerät gezeigt und nicht beim Onlinedienst hinterlegt (BSI). Ihr Fingerabdruck verlässt das Handy also nicht. Die Tabelle stellt die beiden Verfahren gegenüber.

MerkmalPasswortPasskey
Was Sie sich merkenein eigenes Passwort je Kontonichts, Sie bestätigen am Gerät
Was der Dienst speichertDaten, mit denen er Ihr Passwort prüftnur den öffentlichen Schlüssel
Auf einer Phishing-Seitekann eingetippt und abgegriffen werdenfunktioniert dort nicht
Bei einem Datenleck des DienstesZugangsdaten können abfließenöffentlicher Schlüssel allein nützt Tätern nichts
Wenn das Gerät weg istPasswort bleibt im Kopf oder im ManagerSicherung, Zweitgerät oder Passwort nötig

Die letzte Zeile ist der Grund, warum sich die Vorbereitung lohnt. Ein Passwort im Kopf geht mit dem Handy nicht verloren, ein Passkey, der nur auf dem Handy liegt, schon. Wer das vorher bedenkt, hat mit Passkeys weniger Arbeit als mit Passwörtern.

Bevor Sie anfangen: vier Dinge prüfen

Die eigentliche Einrichtung dauert nur wenige Klicks. Ob sie Ihnen später Ärger erspart, entscheidet die Vorbereitung. Bei Hausbesuchen gehen wir diese vier Punkte vorher durch:

  • Gerät aktuell: Die Passkey-Verwaltung ist auf Smartphones mit iOS ab Version 16 und Android ab Version 9 eingebaut (Verbraucherzentrale NRW). Ob Passkeys funktionieren, hängt auch von Betriebssystem- und Browserversion ab, also spielen Sie vorher die Updates ein.
  • Bildschirmsperre mit eigener PIN: Ohne Sperre könnte jeder, der Ihr Handy findet, Ihre Passkeys freigeben. Das BSI rät, Bildschirmsperre und SIM-PIN eingeschaltet zu lassen und voreingestellte Sperrcodes durch eine eigene, schwer zu erratende Kombination zu ersetzen (BSI).
  • Speicherort klären: Soll der Passkey nur auf diesem Gerät liegen, über das Benutzerkonto des Smartphones in der Cloud gesichert werden oder in einem Passwort-Manager? Davon hängt ab, ob er auf dem nächsten Handy wieder da ist.
  • Zweiter Weg ins Konto: Prüfen Sie, mit welcher E-Mail-Adresse und Rufnummer das Konto wiederhergestellt wird, und bewahren Sie Ersatzcodes auf, falls der Dienst welche ausgibt. Diese gehören nicht auf das Gerät, das die Passkeys enthält (Verbraucherzentrale NRW).

Für den dritten Punkt lohnt ein Blick auf das, was schon da ist. Auch Passwort-Manager haben begonnen, Passkeys zu unterstützen; sie speichern sie dann ähnlich wie Passwörter und stellen sie bei Cloud-Lösungen auf allen Geräten bereit, auf denen die App installiert ist (Verbraucherzentrale NRW). Wer bereits einen Passwort-Manager nutzt, prüft deshalb zuerst, ob der dort angebotene Speicherort für Passkeys zum eigenen Alltag passt.

Für den vierten Punkt ist das E-Mail-Postfach entscheidend, weil viele Dienste ihre Wiederherstellung darüber abwickeln. Wie Sie das Postfach absichern und die hinterlegte Rufnummer prüfen, steht ausführlich im Beitrag E-Mail-Konto absichern. Diese Reihenfolge hat einen Grund: Erst wenn der Rückweg steht, ist ein Passkey eine Erleichterung und kein Risiko.

Schritt für Schritt: den ersten Passkey anlegen

Die Menüs heißen bei jedem Dienst etwas anders, der Ablauf ist aber meist ähnlich. Das BSI beschreibt die Einrichtung als einmaligen Schritt mit wenigen Klicks in den Sicherheitseinstellungen der Webseite oder App (BSI). Fangen Sie mit einem Konto an, das Sie häufig nutzen, aber nicht mit dem wichtigsten. So üben Sie den Ablauf, ohne dass viel auf dem Spiel steht.

  1. Melden Sie sich wie gewohnt mit Passwort beim Dienst an, möglichst auf dem Gerät, auf dem der Passkey später liegen soll.
  2. Öffnen Sie die Konto- oder Sicherheitseinstellungen. Der Eintrag heißt meist „Passkey hinzufügen“, „Passkey erstellen“ oder „Anmeldung ohne Passwort“.
  3. Bestätigen Sie die Abfrage Ihres Geräts mit Fingerabdruck, Gesicht oder Geräte-PIN. Fragt das Gerät, wo der Passkey gespeichert werden soll, wählen Sie den Ort, den Sie vorher festgelegt haben.
  4. Vergeben Sie einen Namen, an dem Sie das Gerät später erkennen, etwa „Handy 2026“, falls der Dienst danach fragt. Das hilft beim Aufräumen nach einem Gerätewechsel.
  5. Melden Sie sich ab und gleich wieder an, diesmal mit dem Passkey. Erst wenn das klappt, ist die Einrichtung fertig.
  6. Lassen Sie das bisherige Passwort vorerst bestehen und prüfen Sie, ob die Zwei-Faktor-Anmeldung aktiv bleibt. Manche Dienste erlauben, das Passwort zu entfernen; das sollten Sie erst tun, wenn Ihr Rückweg ins Konto steht (Verbraucherzentrale NRW).

Beim nächsten Anmelden fragt der Dienst in der Regel, ob Sie ein Passwort eingeben oder den Passkey nutzen möchten. Wählen Sie den Passkey und bestätigen Sie mit Ihrem Fingerabdruck, dann tauschen Gerät und Dienst in Sekundenbruchteilen alles Nötige aus (BSI). Wer Passkeys bereits nutzt, bewertet das überwiegend positiv: 80 Prozent (BSI-Verbraucherbefragung 2024) der Nutzenden empfanden die Anmeldung als sehr schnell, 78 Prozent (BSI-Verbraucherbefragung 2024) das Verfahren als selbsterklärend und leicht bedienbar.

Auch das Vertrauen ist unter denen hoch, die das Verfahren bereits nutzen: 72 Prozent (BSI-Verbraucherbefragung 2024) der Nutzenden haben ein hohes oder sehr hohes Vertrauen in Passkeys. Für alle anderen gilt: Probieren Sie den ersten Passkey in Ruhe aus, bevor Sie ihn bei Bank oder E-Mail einrichten.

Einrichten nur dort, wo Sie selbst angefangen haben

Legen Sie Passkeys nur auf der Seite oder in der App des Dienstes an, die Sie selbst aufgerufen haben. Fordert Sie eine Mail, eine SMS oder ein Anrufer auf, schnell einen Passkey oder eine Anmeldung zu bestätigen, brechen Sie ab und öffnen Sie den Dienst auf dem gewohnten Weg. Wie solche Maschen aussehen, zeigt der Beitrag Phishing und Fake-Anrufe erkennen.

Am PC anmelden, wenn der Passkey im Handy steckt

Liegt der Passkey auf dem Smartphone, Sie möchten sich aber am Computer anmelden, wählen Sie am PC das Smartphone als Anmeldegerät. Der PC zeigt dann einen QR-Code, den Sie mit dem Handy scannen. Beide Geräte brauchen dafür eine eingeschaltete Bluetooth-Verbindung. Anschließend bestätigen Sie am Handy wie gewohnt, etwa per Fingerabdruck, und der Dienst gibt Ihr Konto am PC frei (BSI).

Wählen Sie auf der Anmeldeseite am PC die Anmeldung per Passkey und dort die Option für ein anderes Gerät oder ein Smartphone.

Das funktioniert auch an einem fremden Rechner, etwa bei Kindern oder Enkeln, ohne dass der Passkey dort gespeichert wird (Verbraucherzentrale NRW). Manche Dienste bieten nach der Anmeldung an, zusätzlich einen Passkey auf dem PC selbst anzulegen. Auf dem eigenen Rechner ist das bequem, auf einem fremden lehnen Sie ab.

Wie wichtig der Weg über mehrere Geräte ist, zeigt die BSI-Befragung: 97 Prozent (BSI-Verbraucherbefragung 2024) der Befragten nutzen mehrere Geräte wie Handy, Tablet, Laptop oder PC, 69 Prozent (BSI-Verbraucherbefragung 2024) sogar mindestens drei. Legen Sie deshalb vorher fest, welches Gerät für Sie der Schlüsselbund ist, mit dem Sie sich auch an den anderen anmelden.

Wo der Passkey liegt: Gerät, Cloud oder Stick

Passkeys werden von einem sogenannten Authenticator verwaltet. Das kann das Betriebssystem des Smartphones, Tablets oder Computers sein, ein Passwort-Manager oder ein kleiner Sicherheitsschlüssel in Form eines USB-Sticks (Verbraucherzentrale NRW). Die drei Wege unterscheiden sich darin, wie bequem sie sind und was nach einem Verlust passiert.

Im Gerät, mit Cloud-Sicherung

Das Smartphone speichert den Passkey verschlüsselt im Benutzerkonto des Herstellers und gleicht ihn mit Ihren anderen Geräten ab. Geht das Handy verloren, holen Sie die Passkeys auf das neue Gerät zurück, meist aber nur bei gleichem Betriebssystem (Verbraucherzentrale NRW).

Nur im Gerät

Manche Computer legen Passkeys ausschließlich im eigenen Sicherheitschip ab. Das bietet mehr Sicherheit, die Passkeys lassen sich aber nicht auf andere Geräte übertragen. Ist der Rechner weg, bleibt nur das Passwort oder ein zweiter registrierter Schlüssel (Verbraucherzentrale NRW).

Sicherheitsschlüssel (FIDO2-Stick)

Ein Stick für USB, Bluetooth oder NFC verwahrt Passkeys in einem eigenen Chip und kann in der Regel bis zu 30 Passkeys (Verbraucherzentrale NRW) speichern. Er lässt sich nicht kopieren, deshalb ist ein zweiter Stick als Reserve ratsam, der bei jedem Dienst einzeln registriert wird (BSI).

Für viele Privathaushalte ist der erste Weg der praktischste, weil der Passkey ein verlorenes Handy übersteht. Das BSI weist allerdings darauf hin, dass mit der Kopierbarkeit und der Speicherung in Anbieter-Clouds ein gewisser Sicherheitsverlust einhergeht; Sicherheitsschlüssel sind umständlicher, haben für den Hochsicherheitsbereich aber weiter ihre Vorteile (BSI). Für das private Postfach und den Onlineshop überwiegt in der Regel die Bequemlichkeit der Cloud-Sicherung.

Wer zwischen einem iPhone und einem Android-Handy wechseln will, sollte vorher klären, wie die Passkeys mitkommen. Ein Wechsel des Betriebssystems kann das Übertragen umständlich bis unmöglich machen (Verbraucherzentrale NRW). Bei Diensten, die das Passwort behalten haben, bleibt dann der Weg, sich damit anzumelden und auf dem neuen Gerät einen neuen Passkey anzulegen.

Notfallplan: Gerät verloren, so kommen Sie wieder rein

Eine verbreitete Sorge bei Passkeys ist das verlorene oder gestohlene Handy. Wer vorbereitet ist, kommt in der Regel wieder in seine Konten. Das BSI nennt die Wege: Waren die Passkeys in einer Cloud synchronisiert oder gibt es eine Sicherung, lassen sich die Zugänge wiederherstellen. Fehlt beides, bieten einige Dienste andere Möglichkeiten, die eigene Identität nachzuweisen und einen neuen Passkey anzulegen. In seltenen Fällen hilft nur noch der Kontakt zum Anbieter (BSI). Gehen Sie im Ernstfall in dieser Reihenfolge vor:

  1. Gerät sperren: Sperren Sie das Smartphone über die Ortungs- und Sperrfunktion aus der Ferne. Die IMEI, die eindeutige Seriennummer des Geräts, sollten Sie vorher notiert haben; mit ihr lässt es sich unter bestimmten Bedingungen über den Netzbetreiber orten (BSI).
  2. Danach die SIM-Karte sperren lassen: Die Reihenfolge zählt, denn eine bereits deaktivierte SIM-Karte empfängt keinen Sperrcode mehr (BSI).
  3. Passkeys zurückholen: Melden Sie sich auf dem neuen Gerät mit demselben Benutzerkonto an und geben Sie die Sicherung frei. Verlangt werden dafür in der Regel das Passwort des Benutzerkontos und der Entsperrcode des alten Geräts, teils auch eine vorher hinterlegte Rufnummer (Verbraucherzentrale NRW).
  4. Ohne Sicherung: Melden Sie sich mit dem Zweitgerät, mit Ersatzcodes oder dem bisherigen Passwort an. Fehlt alles davon, nutzen Sie den Wiederherstellungsweg des Dienstes oder wenden Sie sich an den Anbieter.
  5. Aufräumen: Lagen Passkeys nur auf dem verlorenen Gerät und in keiner Sicherung, entfernen Sie diese in den betroffenen Konten. Mit einem noch funktionierenden Zweitgerät kommen Sie dafür weiterhin in Ihr Konto (Verbraucherzentrale NRW). Passkeys, die Sie aus der Cloud-Sicherung zurückgeholt haben, bleiben bestehen, denn es sind dieselben Schlüssel wie zuvor (BSI).

Damit dieser Ablauf im Ernstfall nicht an einer fehlenden Angabe scheitert, gehört er vorher auf Papier. Ein Notfallzettel muss keine Passwörter enthalten, sondern die Wege dorthin.

Der Notfallzettel gehört in den Ordner, nicht ins Handy

Notieren Sie auf Papier, welches Benutzerkonto Ihre Passkeys sichert und mit welcher E-Mail-Adresse es verbunden ist, die IMEI des Handys, die Ersatzcodes der wichtigsten Dienste und wo ein zweiter Sicherheitsschlüssel liegt, falls Sie einen haben. Bewahren Sie den Zettel so auf wie Ihre Bankunterlagen. Wie Angehörige aus der Ferne helfen können, beschreibt der Beitrag Technikhilfe für Eltern aus der Ferne.

Passkeys beim Online-Banking und beim Bezahlen

Banken und Zahlungsdienste arbeiten nach besonderen Regeln. Die europäische Zahlungsdiensterichtlinie verlangt eine starke Kundenauthentifizierung, wenn Sie online auf Ihr Zahlungskonto zugreifen oder einen elektronischen Zahlungsvorgang auslösen (Art. 97 PSD2). Was das bedeutet, legt die Richtlinie in ihren Begriffsbestimmungen fest:

eine Authentifizierung unter Heranziehung von mindestens zwei Elementen der Kategorien Wissen (etwas, das nur der Nutzer weiß), Besitz (etwas, das nur der Nutzer besitzt) oder Inhärenz (etwas, das der Nutzer ist)

Art. 4 Nr. 30 Richtlinie (EU) 2015/2366 (PSD2)

Ein Passkey bringt zwei dieser Elemente mit: den Besitz des Geräts mit dem geheimen Schlüssel und Ihre PIN oder Ihren Fingerabdruck (BSI). Ob und wofür eine Bank Passkeys einsetzt, entscheidet sie selbst. Beim Bezahlen kommt eine weitere Regel hinzu: Bei Fernzahlungen wie Überweisungen muss die Authentifizierung den Vorgang dynamisch mit einem bestimmten Betrag und einem bestimmten Empfänger verknüpfen (Art. 97 PSD2). Deshalb zeigt Ihre Banking-App vor der Freigabe in der Regel Betrag und Empfänger an, auch wenn die Anmeldung selbst ohne Passwort läuft. Lesen Sie diese Angaben vor jeder Freigabe.

Für das Online-Banking gilt deshalb: Ein Passkey kann die Anmeldung bequemer machen, die Prüfung jeder einzelnen Zahlung nimmt er Ihnen nicht ab. Wer gerade ohnehin umstellt, findet die Grundlagen zur Empfängerprüfung und zur TAN-App im Beitrag Online-Banking 2026: Empfängerprüfung richtig nutzen. Wer die Abläufe lieber begleitet üben möchte, findet sie im Online-Banking-Kurs.

Typische Stolperstellen im Alltag

Viele Probleme mit Passkeys entstehen nicht bei der Technik, sondern bei der Gewohnheit. Vier Situationen sind dabei typisch:

Das geteilte Tablet

Wer die Geräte-PIN kennt, kann am Gerät auch die gespeicherten Passkeys freigeben. Auf einem Tablet, das die ganze Familie nutzt, gehören Passkeys für Bank und E-Mail deshalb nicht in das gemeinsame Benutzerprofil.

Das vergessene alte Passwort

Bleibt das Passwort neben dem Passkey bestehen, ist es ein Rückweg, wenn das Gerät fehlt. Es sollte deshalb lang, nur einmal vergeben und im Passwort-Manager gespeichert sein.

Das neue Handy

Beim Gerätewechsel ziehen Passkeys aus der Cloud-Sicherung mit um, nur lokal gespeicherte nicht. Prüfen Sie vor dem Zurücksetzen des alten Handys, ob die wichtigsten Konten auf dem neuen Gerät per Passkey funktionieren.

Die falsche Erwartung

Ein Passkey schützt die Anmeldung. Wer am Telefon zu einer Überweisung gedrängt wird und sie selbst freigibt, ist durch den Passkey nicht geschützt. Bei Druck und Eile gilt: auflegen und selbst bei der Bank anrufen.

Wer zu Weihnachten ein neues Smartphone oder Tablet verschenkt, kann die Passkeys des Beschenkten gleich mit einplanen: Wird das Gerät vor der Übergabe eingerichtet, lassen sich Bildschirmsperre, Benutzerkonto und Sicherung in einem Zug klären. Hinweise dazu stehen im Beitrag Technik verschenken.

So hilft Technik daheim beim Umstieg

Im Datenschutz-Kurs bei Ihnen zu Hause gehen wir Ihre wichtigsten Konten gemeinsam durch: Wir prüfen Bildschirmsperre und Updates, legen fest, wo Ihre Passkeys gesichert werden, richten bei den Diensten, die es anbieten, den ersten Passkey ein und üben die Anmeldung am PC mit dem Handy. Zum Schluss schreiben wir mit Ihnen den Notfallzettel. Wenn Sie lieber zuerst die Bedienung des Smartphones vertiefen, sind die Smartphone-Kurse der passende Einstieg.

Für ältere Menschen kann der Umstieg eine Erleichterung sein, weil kein Passwort mehr gemerkt werden muss. Gerade dann lohnt es sich, den Notfallweg gemeinsam mit Angehörigen festzulegen. Wie wir dabei vorgehen, beschreibt die Seite Technik für Senioren. Haben Sie schon einen Passwort-Manager, knüpfen wir daran an; die Grundlagen stehen im Beitrag Passwort-Manager einrichten.

Quellen

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Seiten „Passkeys – anmelden ohne Passwort“, „Die Kryptografie hinter Passkey“, „Zwei-Faktor-Authentisierung“ und „Schutz für Mobilgeräte“; BSI-Verbraucherbefragung zur passwortlosen Authentisierung mit Passkeys (Gesamtbericht September 2024, 1.519 Befragte); Cybersicherheitsmonitor 2026 von BSI und Polizeilicher Kriminalprävention der Länder und des Bundes (3.060 Befragte, Januar 2026); Verbraucherzentrale NRW, „Passkeys als Alternative zu Passwörtern“ (Stand 25. April 2024); Richtlinie (EU) 2015/2366 über Zahlungsdienste im Binnenmarkt (PSD2), Art. 4 Nr. 30 und Art. 97. Alle Quellen abgerufen am 5. Oktober 2026.

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