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Einbruchschutz für Mieter: smarte Technik ohne Bohren

Tür- und Fenstersensoren, Sirene und Licht nach Zeitplan ohne Bohren: was Mieter vor dem Tag des Einbruchschutzes einrichten und mit dem Vermieter klären.

18 Min. Lesezeit EinbruchschutzSmart HomeMietwohnungSicherheit

Kurz und einfach erklärt

Im Herbst wird es früher dunkel. Am 25. Oktober ist der Tag des Einbruchschutzes. Dieser Beitrag ist für Menschen, die zur Miete wohnen.

Zuerst helfen gute Gewohnheiten. Schließen Sie die Tür ab. Kippen Sie kein Fenster, wenn Sie gehen. Ein gutes Schloss hilft mehr als eine App.

Viele Geräte brauchen kein Loch in der Wand. Ein Sensor klebt am Fenster. Eine Sirene steckt in der Steckdose. Eine Lampe geht am Abend von selbst an.

Eine Kamera gehört nur in die eigene Wohnung. Im Hausflur hat sie nichts zu suchen. Sagen Sie allen, wann die Kamera läuft.

Soll etwas gebohrt werden? Dann fragen Sie vorher den Vermieter. Schreiben Sie die Antwort auf. Beim Umzug nehmen Sie Ihre Geräte mit.

Am Sonntag, dem 25. Oktober 2026, werden die Uhren auf Winterzeit zurückgestellt, und an genau diesem Tag ruft die Polizei zum Tag des Einbruchschutzes auf (Polizeiliche Kriminalprävention). Ab dann wird es nach Feierabend früher dunkel. Wer zur Miete wohnt, steht beim Thema Sicherheit vor einer eigenen Frage: Was darf ich überhaupt anbringen, ohne Löcher in Türrahmen und Fensterflügel zu bohren, die ich beim Auszug wieder verschließen muss? Dieser Beitrag zeigt, was die Polizei zuerst empfiehlt, welche smarte Technik sich mit Klebepad, Steckdose oder Standfuß einrichten lässt, warum eine Kamera in der Mietwohnung nach innen gehört, wann Sie den Vermieter fragen sollten und wie Sie alles so planen, dass es beim Umzug mitkommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Polizeiliche Kriminalstatistik zählte 2025 82.920 Wohnungseinbrüche einschließlich Versuchen, nach 78.436 im Jahr 2024 (Polizeiliche Kriminalprävention). Der Tag des Einbruchschutzes am 25. Oktober 2026 ist ein guter Anlass für einen Rundgang durch die Wohnung.
  • Verhalten und Mechanik kommen zuerst: Nahezu die Hälfte der Einbrüche, 44,9 Prozent, scheiterte 2025 im Versuch (Polizeiliche Kriminalprävention). Smarte Technik ergänzt Schloss und Fenstergriff, ersetzt sie aber nicht (K-EINBRUCH).
  • Ohne Bohren lassen sich Tür- und Fensterkontakte mit Klebepad, eine Sirene im Flur und Lampen nach Zeitplan einrichten. Diese Geräte bleiben rückbaubar und ziehen beim Auszug mit um.
  • Eine Kamera gehört in der Mietwohnung nach innen, weil Hausflur und Treppenhaus gemeinsam genutzte Flächen sind. Mitbewohner, Gäste und Reinigungskräfte sollten wissen, wann sie läuft.
  • Für Bohrungen wie ein Querriegelschloss brauchen Mieter die Erlaubnis des Vermieters; auf bauliche Veränderungen zum Einbruchsschutz besteht ein Anspruch, soweit sie zumutbar sind (§ 554 BGB). Die Absprache gehört schriftlich festgehalten.
  • Funktechnik braucht Pflege: 38 Prozent der Smart-Home-Nutzer verwenden bei vielen Geräten dasselbe Passwort (Bitkom). Eigene Passwörter, zeitnahe Updates und ein getrenntes WLAN für die Geräte schließen diese Lücke.

Warum der Herbst für Mieter ein guter Anlass ist

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) verzeichnet für 2025 wieder mehr Wohnungseinbrüche: 82.920 Fälle einschließlich der Versuche, nach 78.436 im Jahr 2024 (Polizeiliche Kriminalprävention). Rund um den Tag des Einbruchschutzes am 25. Oktober 2026 informieren Polizei, Fachbetriebe und Versicherungen bei vielen Veranstaltungen über wirksame Schutzmaßnahmen; an diesem Sonntag werden zugleich die Uhren eine Stunde zurückgestellt (Polizeiliche Kriminalprävention). Für eine persönliche Einschätzung Ihrer Wohnung können Sie sich an eine (Kriminal-)Polizeiliche Beratungsstelle wenden, die kostenlos und neutral berät.

Mit der Winterzeit beginnt die Dunkelheit früher, und das nutzen Einbrecher nach Einschätzung der Versicherer gezielt aus (GDV). Ein reines Nachtproblem ist der Einbruch trotzdem nicht. Über ein Drittel, 37,8 Prozent aller Wohnungseinbrüche des Jahres 2025, entfiel auf Tageswohnungseinbrecher (Polizeiliche Kriminalprävention). Als typische Zeiten nennt die Polizei die Schul-, Arbeits- und Einkaufszeit, den frühen Abend und das Wochenende, also genau die Stunden, in denen eine Wohnung leer steht. Aufgeklärt wurden 2025 nur 14,1 Prozent der Fälle (Polizeiliche Kriminalprävention). In den meisten Fällen wurde also kein Tatverdächtiger ermittelt.

Für Mieter zählt auch die Versicherungsseite. Die Versicherer zählten 2025 etwa 100.000 versicherte Wohnungseinbrüche, der durchschnittliche Schaden pro Einbruch stieg auf 3.850 Euro (GDV). Eingebrochen wird nach Angaben der Polizei meist über leicht erreichbare Fenster sowie Wohnungs- und Fenstertüren. Hinzu kommen 92.870 Fälle von Diebstählen aus Keller- und Dachbodenräumen sowie Waschküchen (Polizeiliche Kriminalprävention), also aus Räumen, die in Mehrfamilienhäusern oft zur Mietwohnung gehören. In Deutschland wohnten 58 Prozent der Haushalte zur Miete (Statistisches Bundesamt 2022), und Mieterhaushalte leben eher in Mehrfamilienhäusern als Eigentümer. Für sie gelten beim Einbruchschutz andere Spielregeln als im eigenen Haus.

Was die Polizei zuerst empfiehlt

Die Reihenfolge der Polizei ist klar: Sie empfiehlt grundsätzlich die mechanische Sicherung aller Fenster und Türen, damit ungebetene Gäste gar nicht erst hineinkommen (Polizeiliche Kriminalprävention). Dass Prävention wirkt, zeigt der Versuchsanteil. 2025 scheiterten nahezu die Hälfte aller Einbrüche, 44,9 Prozent (Polizeiliche Kriminalprävention). Die Versicherer sehen es ebenso: Elektronische Systeme können den mechanischen Grundschutz sinnvoll ergänzen, ersetzen ihn aber nicht (GDV). Der erste Schritt kostet deshalb nichts außer Gewohnheit.

  • Wohnungstür beim Verlassen abschließen, auch für kurze Wege. Eine nur zugezogene Tür lässt sich leichter überwinden.
  • Fenster, Balkon- und Terrassentüren schließen. Die Polizei sagt es knapp: Gekippte Fenster sind offene Fenster.
  • Keinen Schlüssel draußen verstecken, weder unter der Fußmatte noch im Blumenkasten im Treppenhaus.
  • Nach einem Schlüsselverlust den Vermieter informieren und den Schließzylinder tauschen lassen, denn der Zylinder gehört in der Regel zur Mietsache.
  • Keine Hinweise auf Abwesenheit geben, weder in sozialen Netzwerken noch auf dem Anrufbeantworter oder durch einen überquellenden Briefkasten.
  • Eine Liste der Wertgegenstände mit Fotos und Seriennummern anlegen. Sie hilft der Polizei und bei der Schadensregulierung mit der Hausratversicherung.

Bei der Mechanik stoßen Mieter schnell an eine Grenze. Ein Querriegelschloss etwa wird mit Schließkästen fest im Mauerwerk verankert (K-EINBRUCH), Zusatzschlösser und Bandseitensicherungen werden in Tür und Rahmen verschraubt. Das sind bauliche Veränderungen, die Sie vorher mit dem Vermieter klären. Einfacher ist der abschließbare Fenstergriff: Die Versicherer nennen ihn als Schutz gegen sogenannte Fensterbohrer und bei Glasdurchbruch (GDV). Viele Modelle passen auf die vorhandene Aufnahme und werden mit den Schrauben des alten Griffs befestigt. Heben Sie den Originalgriff auf, damit er beim Auszug wieder an seinen Platz kommt. Welche Rolle Schließzylinder und ein smartes Schloss an der Wohnungstür spielen, erklärt der Ratgeber Smartes Türschloss sicher auswählen.

Smart Home ersetzt kein Schloss

Die Polizei ordnet reine Smart-Home-Technik nüchtern ein: Solche Lösungen stellen allein kein durchgängiges und damit zuverlässiges Einbruchmelde- oder Gefahrenwarnsystem dar und sollen den mechanischen Schutz selbst mit Einbruchmeldefunktion nur ergänzen, etwa zur Anwesenheitssimulation (K-EINBRUCH). Wer eine Alarmanlage im Sinne der Polizei möchte, nutzt zertifizierte Anlagen nach DIN VDE 0833 Teil 1 und 3 oder nach DIN VDE V 0826-1 mit zertifizierter App, errichtet von einem qualifizierten Fachbetrieb (K-EINBRUCH). Die Geräte in diesem Beitrag sind Komfort- und Meldetechnik: Sie erinnern, melden und schrecken ab.

Ohne Bohren: Sensoren, Sirene und Licht

Was smarte Technik in der Mietwohnung leisten kann, ist Melden, Warnen und Abschrecken. Sie zeigt Ihnen, ob ein Fenster offen steht, macht Lärm, wenn jemand die Tür öffnet, während Sie unterwegs sind, und lässt die Wohnung abends bewohnt wirken. Die meisten Geräte funken, laufen mit Batterie oder hängen an der Steckdose und halten mit Klebepads. Verbreitet ist das bisher wenig: Eine smarte Alarmanlage besitzen 10 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren, smarte Lampen oder Leuchten haben dagegen 38 Prozent (Bitkom). Viele Haushalte haben also schon einen Teil der Technik, ohne ihn für die Sicherheit zu nutzen.

Tür- und Fensterkontakt

Ein Sensor am Rahmen, ein Magnet am Flügel. Öffnet sich Tür oder Fenster, meldet der Sensor das an die Zentrale und auf Wunsch aufs Handy.

Erschütterungssensor

Reagiert auf Stöße am Fenster oder an der Balkontür, also schon beim Hebelversuch und nicht erst, wenn sich der Flügel öffnet.

Bewegungsmelder

Steht im Regal oder klebt in der Ecke des Flurs. Er erkennt Bewegung in der Wohnung, wenn alle unterwegs sind.

Sirene

Steckt in der Steckdose oder steht im Flur. Sie schlägt Alarm, wenn bei aktivierter Anlage ein Sensor auslöst.

Zwischenstecker und Lampe

Schaltet Licht nach Zeitplan, ohne dass jemand an die Elektroinstallation muss. Die vorhandene Stehlampe genügt.

Zentrale

Die Basis am Router verbindet die Funkgeräte, verschickt Meldungen und führt die Regeln aus, auch wenn das Handy aus ist.

Kontaktsensoren richtig ankleben

Ein Kontaktsensor besteht aus zwei Teilen: Das Gehäuse mit Batterie klebt am Rahmen, der Magnet gegenüber am beweglichen Flügel, je nach Platz auch umgekehrt. Entscheidend ist der Abstand zwischen beiden im geschlossenen Zustand, den der Hersteller in der Anleitung angibt. Reinigen Sie die Stelle vorher mit etwas Spülmittelwasser oder Reinigungsalkohol, lassen Sie sie trocknen und drücken Sie das Pad einige Sekunden fest an. Bei Kälte haftet Klebeband schlechter; kleben Sie im Winter deshalb bei Zimmertemperatur und nicht bei offenem Fenster. Testen Sie danach jeden Sensor einzeln: Fenster öffnen, kippen, schließen und in der App prüfen, ob die Meldung stimmt.

Praktisch im Alltag ist der Blick beim Verlassen der Wohnung. Viele Systeme zeigen auf Wunsch an, welches Fenster noch offen oder gekippt ist. Das setzt den Rat der Polizei um, gekippte Fenster wie offene zu behandeln, ohne dass Sie jeden Raum ablaufen müssen. Sensoren gehören vor allem an die Wohnungstür, an Fenster und Balkontüren im Erdgeschoss oder Hochparterre und an Fenster, die von einem Vordach, einer Garage oder einem Balkon aus erreichbar sind. Fenster im dritten Stock ohne Balkon kommen erst zum Schluss an die Reihe.

Sirene und Meldung aufs Handy

Eine Sirene verhindert keinen Einbruch. Das sagt die Polizei auch über Einbruchmeldeanlagen, die einen Einbruch nur melden; das Risiko, entdeckt zu werden, steigt für Einbrecher aber deutlich (K-EINBRUCH). In der Mietwohnung gehört die Sirene in den Flur, wo sie aus jedem Raum zu hören ist. Wichtig ist, wer auf den Alarm reagiert. Eine Meldung aufs Handy hilft wenig, wenn Sie gerade im Kino sitzen. Sprechen Sie mit Nachbarn oder Angehörigen in der Nähe, wer im Ernstfall nachsieht, und hinterlegen Sie deren Kontakt in der App, sofern das System eine Benachrichtigung mehrerer Personen erlaubt. Gehen Sie bei einem Alarm nicht selbst in die Wohnung, sondern rufen Sie die Polizei.

Planen Sie von Anfang an gegen Fehlalarme. Häufige Fehlalarme kosten eine Anlage ihre Glaubwürdigkeit, bis im Ernstfall niemand mehr mit der nötigen Dringlichkeit reagiert, warnt die Polizei (K-EINBRUCH). Bewegungsmelder und Haustiere vertragen sich oft schlecht, und eine Sirene, die beim Lüften losgeht, wird schnell abgeschaltet. Stellen Sie für die Wohnungstür eine kurze Verzögerung ein, damit Sie nach dem Aufschließen Zeit zum Ausschalten haben, und üben Sie das Scharf- und Unscharfschalten mit allen, die in der Wohnung leben. Informieren Sie direkte Nachbarn, dass es eine Sirene gibt; dann wissen sie, was zu tun ist, wenn sie anschlägt.

Licht nach Zeitplan

Licht, das abends im Wohnzimmer angeht, lässt eine Wohnung bewohnt wirken. Die Versicherer nennen Zeitschaltuhren ausdrücklich als Mittel, die Beleuchtung bei Abwesenheit automatisch zu steuern und Anwesenheit zu simulieren (GDV). In der Mietwohnung genügt dafür ein smarter Zwischenstecker an der Stehlampe oder eine smarte Lampe in der vorhandenen Fassung. Ein fester Plan von 17 bis 22 Uhr ist ein Anfang; glaubwürdiger wirkt ein Zeitfenster, das jeden Abend um einige Minuten schwankt und mit dem Sonnenuntergang wandert. Wie Sie Licht und Rollläden für längere Reisen planen, steht ausführlich im Beitrag Einbruchschutz im Urlaub. Smarte Lampen mit Zeitplänen richten wir auch über die Seite smarte Beleuchtung ein.

Kamera in der Mietwohnung: nur nach innen

Viele denken beim Einbruchschutz zuerst an eine Kamera, die auf die Wohnungstür zeigt. Im Mehrfamilienhaus erfasst eine solche Kamera vor der Tür aber vor allem den Hausflur und das Treppenhaus, also Flächen, die alle Mietparteien, Besucher und Zusteller gemeinsam nutzen. Wer die eigene Tür von außen filmt, filmt damit fast zwangsläufig andere Menschen. Die Rechtslage zu Türkameras und Nachbarn haben wir im Ratgeber Video-Türklingel: Auswahl und Einrichtung zusammengefasst; sie wird hier nicht wiederholt.

Für Mieter bleibt die Innenkamera. Sie steht im eigenen Flur, blickt von innen auf die Wohnungstür und zeigt, ob jemand die Wohnung betritt, während Sie unterwegs sind. Drei Regeln machen sie alltagstauglich: Sie schaltet sich ab oder schwenkt in eine Privatposition, sobald jemand zuhause ist; alle Mitbewohner, Kinder, Gäste, Reinigungskräfte oder Babysitter wissen, wann sie läuft; und die Aufnahmen bleiben möglichst lokal auf einer Speicherkarte statt in einem fremden Konto. Viele Menschen sind bei Kameras ohnehin zurückhaltend: 39 Prozent der Smart-Home-Nutzer würden Geräte mit integrierter Kamera nicht verwenden (Bitkom). Wer so denkt, kommt mit Kontaktsensoren und einem Bewegungsmelder auch ohne Bild aus.

Attrappen bringen wenig

Eine Kamera-Attrappe an der Wohnungstür kostet wenig, bringt nach Einschätzung der Polizei aber keine ausreichende Sicherheit: Einbrecher, die sich etwas auskennen, erkennen diese Scheinsicherheit schnell (K-EINBRUCH). Im Treppenhaus kann eine Attrappe außerdem Nachbarn verunsichern und Streit auslösen, obwohl sie gar nichts aufnimmt.

Mit dem Vermieter sprechen, bevor gebohrt wird

Geräte, die nur stecken, stehen oder kleben, verändern die Wohnung nicht dauerhaft. Ein kurzer Hinweis an Vermieter oder Hausverwaltung ist trotzdem sinnvoll, vor allem bei Sensoren an der Wohnungstür, bei einer lauten Sirene und bei Klebepads auf empfindlich lackierten Rahmen. Die Polizei rät Mietern ausdrücklich, Maßnahmen zum Einbruchschutz mit dem Vermieter zu besprechen; mit dessen Einverständnis lassen sie sich auch in einer Mietwohnung umsetzen (K-EINBRUCH).

Für alles, was gebohrt oder verschraubt wird, gibt das Gesetz Mietern Rückenwind. Der Mieter kann verlangen, dass ihm der Vermieter bauliche Veränderungen der Mietsache erlaubt, die dem Einbruchsschutz dienen (§ 554 BGB). Der Anspruch entfällt, wenn die Veränderung dem Vermieter auch unter Würdigung der Interessen des Mieters nicht zugemutet werden kann. Mieter können sich dabei zu einer besonderen Sicherheit verpflichten, und eine vertragliche Abweichung zu ihrem Nachteil ist unwirksam. Ein Anspruch auf Erlaubnis ist aber noch keine Erlaubnis: Bauen Sie erst ein, wenn die Zustimmung vorliegt.

Halten Sie die Absprache schriftlich fest. In vielen Häusern läuft die Kommunikation noch mündlich: 82 Prozent der Mieterinnen und Mieter nutzen das Telefon, um Hausverwaltung oder Vermieter zu erreichen (Bitkom). Ein Anruf ist ein guter Anfang, eine kurze E-Mail oder ein Brief danach macht die Zusage beim Auszug nachweisbar. Diese Punkte gehören in die Anfrage:

  1. Was Sie anbringen möchten, mit Produktangabe und einem Foto der Stelle.
  2. Wie es befestigt wird: Klebepad, vorhandene Schrauben oder neue Bohrung.
  3. Wer montiert; bei Bohrungen in Tür oder Mauerwerk möglichst ein Fachbetrieb.
  4. Was beim Auszug passiert: Rückbau durch Sie oder Verbleib in der Wohnung.
  5. Die Bitte um eine kurze schriftliche Bestätigung.

Steht eine größere Nachrüstung an, etwa eine einbruchhemmende Wohnungstür oder ein Querriegelschloss, fördert die KfW das mit einem zinsgünstigen Kredit bis 50.000 Euro je Wohneinheit im Programm Altersgerecht Umbauen (KfW). Antragsberechtigt sind auch Mieter, allerdings nur für Vorhaben an ihrem Mietobjekt; die KfW empfiehlt ihnen eine Modernisierungsvereinbarung mit dem Vermieter nach § 555f BGB (KfW). Gefördert wird nur, was ein Fachunternehmen nach den technischen Mindestanforderungen einbaut; Eigenleistungen sind nicht förderfähig (KfW). Für ein paar selbst geklebte Sensoren kommt dieser Weg deshalb nicht in Frage, für eine neue Tür ist er eine Überlegung wert.

Beim Auszug: alles rückbaubar

Nach dem Ende des Mietverhältnisses ist der Mieter verpflichtet, die Mietsache zurückzugeben (§ 546 BGB). Umgekehrt ist er berechtigt, eine Einrichtung wegzunehmen, mit der er die Mietsache versehen hat (§ 539 BGB). Für smarte Technik heißt das: Was Sie mitgebracht haben, dürfen Sie wieder mitnehmen; Spuren der Montage wie Kleberreste oder abgelöster Lack sollten dabei nicht zurückbleiben. Planen Sie den Rückbau deshalb schon beim Einrichten. Die Übersicht zeigt, was typischerweise wo hängt und was beim Auszug zu tun ist.

GerätBefestigungAbspracheBeim Auszug
Tür- und FensterkontaktKlebepadHinweis an den Vermieter sinnvollPad langsam lösen, Kleberreste entfernen
BewegungsmelderRegal oder Klebepadnicht erforderlichabnehmen und mitnehmen
SireneSteckdose oder StandfußNachbarn informierenausstecken und mitnehmen
Zwischenstecker, smarte LampeSteckdose, vorhandene Fassungnicht erforderlichursprüngliches Leuchtmittel zurück
InnenkameraStandfuß im eigenen FlurMitbewohner und Gäste informierenmitnehmen, Konto und Aufnahmen löschen
Abschließbarer Fenstergriffvorhandene SchraubenAbsprache empfehlenswertOriginalgriff wieder montieren
QuerriegelschlossBohrung in Tür und MauerwerkErlaubnis nach § 554 BGBRückbau oder Verbleib vorher vereinbaren

Klebepads lösen sich meist, wenn man sie langsam parallel zur Fläche dehnt oder mit Zahnseide hinter dem Pad entlangsägt; leichtes Anwärmen mit dem Föhn hilft bei hartnäckigen Resten. Setzen Sie jedes Gerät vor dem Verkauf oder der Weitergabe auf Werkseinstellungen zurück und entfernen Sie es aus der App. Worauf es beim Zurücksetzen und Löschen ankommt, erklärt der Ratgeber altes Gerät verkaufen und Daten löschen. Wer in eine neue Wohnung zieht, nimmt das System mit und beginnt dort wieder mit dem Rundgang.

Funk, App und Passwörter absichern

Smarte Sicherheitstechnik ist selbst ein Gerät im Netz, und genau das macht vielen Sorgen: 83 Prozent der Smart-Home-Nutzer befürchten, dass smarte Geräte gehackt werden könnten (Bitkom). Die Praxis gibt der Sorge Nahrung. 38 Prozent verwenden bei vielen ihrer Smart-Home-Geräte dasselbe Passwort, 27 Prozent installieren verfügbare Software-Updates nur selten sofort (Bitkom). Die Polizei warnt, dass Täter über schlecht gesicherte Haustechnik Gewohnheiten sowie An- und Abwesenheit der Bewohner ausspähen und für die Vorbereitung eines Einbruchs nutzen könnten (K-EINBRUCH). Ein Sensor, der verrät, wann niemand zuhause ist, wäre das Gegenteil von Schutz.

  • Voreingestellte Standardpasswörter ändern und für jedes Konto ein eigenes Passwort nutzen, etwa aus einem Passwort-Manager.
  • Software-Updates installieren, sobald sie verfügbar sind, für Zentrale, Geräte und App.
  • Die Firewall des Routers aktiv lassen und die Funkgeräte in ein eigenes WLAN oder Gastnetz legen.
  • Fernzugriff nur freischalten, wenn Sie ihn tatsächlich brauchen, und die Verschlüsselung der Geräte aktivieren.
  • Die Zwei-Faktor-Anmeldung für das App-Konto einschalten, wo der Hersteller sie anbietet.
  • Zentrale und Router so aufstellen, dass Besucher sie nicht einfach ausstecken oder zurücksetzen können.

Wie Sie Router und Heimnetz grundsätzlich absichern, steht im Beitrag WLAN-Router absichern; welche Einstellungen bei smarten Geräten den Datenschutz verbessern, im Ratgeber Smart Home sicher und datensparsam einrichten. Wer Geräte verschiedener Hersteller kombinieren möchte, achtet auf einen gemeinsamen Funkstandard; der Beitrag Matter erklärt zeigt, was der Standard leistet und wo seine Grenzen liegen.

Denken Sie auch an Strom und Internet. Batteriebetriebene Sensoren melden weiter, aber ohne Router kommt keine Nachricht aufs Handy, und eine Sirene ohne eigenen Akku verstummt mit dem Strom. Prüfen Sie, ob Zentrale und Sirene eine Notstromversorgung haben, und tauschen Sie Batterien, bevor die App warnt. Was bei einem Stromausfall noch funktioniert und wie Sie vorsorgen, zeigt der Beitrag Stromausfall zuhause.

In sechs Schritten zum Plan für Ihre Wohnung

  1. Rundgang machen: Wohnungstür, Fenster und Balkontüren notieren, besonders im Erdgeschoss und an Stellen, die von Vordach, Balkon oder Garage aus erreichbar sind.
  2. Verhalten und Mechanik prüfen: abschließen statt zuziehen, Fenster schließen statt kippen, Griffe und Schließzylinder ansehen.
  3. Den Vermieter fragen, wenn etwas verschraubt werden soll, und die Antwort schriftlich ablegen.
  4. Ein System wählen, dessen Sensoren, Sirene und Lampen in einer App zusammenarbeiten, statt drei getrennte Apps zu sammeln.
  5. Montieren, jeden Sensor einzeln testen, Benachrichtigungen und Zeitpläne einstellen.
  6. Eine Vertretung festlegen: Wer reagiert, wenn Sie unterwegs sind? Den Kontakt in der App hinterlegen, sofern das System das erlaubt.

Ein fester Termin hilft beim Dranbleiben. Die Zeitumstellung im Frühjahr und im Herbst eignet sich als Erinnerung, Batterien, Klebestellen und Zeitpläne zu prüfen; zum Herbsttermin passt der Tag des Einbruchschutzes. Wer die Geräte in den Wochen vor der Black Week online bestellt, sollte genau hinsehen, bei wem: Woran Sie unseriöse Angebote erkennen, erklärt der Beitrag Fake-Shops erkennen. Kaufen Sie lieber alle Teile aus einem System als jeden Sensor beim günstigsten Anbieter.

Wie Technik daheim beim Einrichten hilft

Technik daheim ist kein Schlüsseldienst und kein Errichter zertifizierter Alarmanlagen. Für geprüfte Schlösser, Querriegel und Einbruchmeldeanlagen nach Norm sind Fachbetriebe und die (Kriminal-)Polizeiliche Beratungsstelle die richtige Adresse. Wir kümmern uns um den smarten Teil: Im Raum Hildesheim und im Leinetal kommen wir zu Ihnen nach Hause, kleben Tür- und Fensterkontakte an die passenden Stellen, binden Bewegungsmelder und Sirene ein, stellen Benachrichtigungen ohne Dauerklingeln ein und richten Zeitpläne für das Licht ein. Mehr dazu auf der Seite Smart Home einrichten.

Soll eine Innenkamera dazukommen, richten wir sie so ein, dass sie nur die eigene Wohnung zeigt, Aufnahmen auf Wunsch lokal speichert und sich abschaltet, wenn Sie zuhause sind; Details auf der Seite Sicherheitskameras. Reicht das WLAN nicht bis zur Wohnungstür, hilft eine WLAN-Optimierung. Ältere Angehörige begleiten wir in Ruhe und ohne Fachbegriffe, mehr dazu unter Technik für Senioren. Einen Termin vereinbaren Sie über das Kontaktformular; notieren Sie dafür vorab, wie viele Fenster und Türen Sie sichern möchten und ob der Vermieter schon zugestimmt hat.

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes, Einbruch und Am 25. Oktober 2026 ist Tag des Einbruchschutzes (14. September 2026), mit Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025; K-EINBRUCH, Smart Home – Komfort und Sicherheit, Smart-Home-Lösungen als Einbruchschutz?, Türen sowie FAQs rund um den Einbruchschutz; GDV, Wohnungseinbrüche: Schäden steigen auf 380 Millionen Euro (21. April 2026) und Tag des Einbruchschutzes: 90.000 Wohnungseinbrüche (24. Oktober 2025); Statistisches Bundesamt, Wohnsituation privater Haushalte 2022 in Deutschland; Bitkom, Knapp die Hälfte der Deutschen nutzt Smart-Home-Geräte (15. Dezember 2025), Anruf statt App: Kontakt zur Hausverwaltung häufig noch analog (23. Januar 2026) und Smart Home: Mehrheit hält eigene Daten für sicher (11. September 2026); KfW, Einbruchschutz und Merkblatt Altersgerecht Umbauen – Kredit (Stand Oktober 2023); Bürgerliches Gesetzbuch (§§ 539, 546, 554) auf gesetze-im-internet.de.

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