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Internet & WLAN

Kein Handyempfang im Haus? WLAN-Telefonie einrichten

Schwacher Mobilfunk in Keller oder Altbau: WLAN-Anrufe einschalten, was beim Notruf gilt und wie Sie seit April 2026 zu langsames mobiles Internet nachweisen.

19 Min. Lesezeit WLAN-TelefonieMobilfunkSmartphoneVerbraucherrechteHausbesuch

Kurz und einfach erklärt

Im Keller oder im Altbau hat das Handy oft kein Netz. Anrufe brechen dann ab.

Bei der WLAN-Telefonie läuft der Anruf über Ihr WLAN zu Hause. Sie telefonieren mit Ihrer normalen Nummer. Tarif und Handy müssen das können.

Das WLAN muss dort ankommen, wo Sie telefonieren. Der Beitrag nennt auch die Grenzen, etwa beim Notruf und bei Stromausfall.

Er erklärt auch, was Sie bei zu langsamem mobilem Internet tun können.

Wir kommen zu Ihnen und schalten die WLAN-Anrufe an Ihrem Handy ein.

Im Garten zeigt das Handy volle Balken, in der Küche noch zwei, im Keller oder im Anbau keinen mehr. Anrufe landen ohne Klingeln auf der Mailbox, Gespräche brechen mitten im Satz ab, und wer im Arbeitszimmer telefonieren will, stellt sich ans Fenster. So sieht der Alltag in vielen Häusern aus, besonders in Altbauten mit dicken Wänden, in Häusern mit moderner Wärmeschutzverglasung und in Dörfern, deren nächster Mast ein gutes Stück entfernt steht. Dabei steht in den meisten dieser Häuser ein Router, dessen WLAN genau dort funkt, wo das Mobilfunknetz schwach ist. Diese Verbindung lässt sich für ganz normale Telefonate mit der eigenen Handynummer nutzen: Das Stichwort heißt WLAN-Telefonie. Dieser Beitrag zeigt zwei Wege. Der erste ist technisch und wirkt sofort: WLAN-Anrufe am Smartphone einschalten und das WLAN dorthin bringen, wo telefoniert wird. Der zweite ist rechtlich und betrifft das mobile Internet: Seit dem 20. April 2026 gelten Regeln der Bundesnetzagentur, mit denen sich eine dauerhaft zu langsame mobile Datenverbindung nachweisen lässt. Beide Wege haben Grenzen, und die gehören genauso in diesen Beitrag wie die Handgriffe.

Das Wichtigste in Kürze

  • WLAN-Telefonie nutzt Ihr WLAN für ganz normale Anrufe mit Ihrer Rufnummer. Voraussetzung ist, dass Tarif und Smartphone die Funktion unterstützen und dass sie am Gerät eingeschaltet ist.
  • Am iPhone liegt der Schalter laut Apple unter Einstellungen, Mobilfunk, WLAN-Anrufe. Ist die Funktion verfügbar, erscheint im Kontrollzentrum „WLAN“ in der Statusleiste.
  • Für den Notruf gilt laut Apple: Ist das Mobilfunknetz verfügbar, laufen Notrufe darüber; ohne Empfang können sie mit eingeschalteten WLAN-Anrufen über WLAN abgesetzt werden. Ohne Strom am Router gibt es kein WLAN.
  • Seit dem 20. April 2026 lässt sich eine Minderleistung beim mobilen Internet nachweisen: 30 Messungen an fünf Kalendertagen mit der App der Bundesnetzagentur. Die Sprachqualität misst dieses Verfahren nicht.
  • Wie schnell es mindestens sein muss, hängt laut Bundesnetzagentur von der Haushaltsdichte ab: 25 Prozent der vereinbarten geschätzten Maximalgeschwindigkeit bei hoher, 15 Prozent bei mittlerer und 10 Prozent bei niedriger Haushaltsdichte.

Warum das Handy im Haus kein Netz findet

Mobilfunk ist Funk von außen nach innen. Das Signal kommt von einem Mast, der auf dem Land oft weit entfernt steht, und muss auf dem Weg ins Haus Wände, Decken und Fenster durchdringen. Jede dieser Schichten schwächt es. Dicke Bruchsteinmauern in alten Bauernhäusern, Stahlbetondecken im Neubau, Kellerwände im Erdreich und moderne Fenster mit metallbedampfter Wärmeschutzbeschichtung gehören zu den typischen Bremsen. Liegt das Haus zusätzlich in einer Senke oder am Hang, wie es im hügeligen Umland von Hildesheim vorkommt, bleibt im Inneren manchmal zu wenig übrig, um ein Gespräch stabil zu halten.

Das Ergebnis ist ein Muster, das viele kennen: draußen gut, drinnen schlecht, und je weiter ein Raum vom Fenster auf der Seite des Masts entfernt ist, desto schlechter. Das Smartphone muss in solchen Räumen in der Regel stärker senden und sucht häufiger nach einem besseren Netz. Gespräche klingen blechern oder brechen ab, Nachrichten kommen verspätet an, und manche Anrufe erreichen das Gerät gar nicht erst. Ob die Ursache beim Haus, beim Netz in Ihrer Gegend oder beim Gerät liegt, klärt am besten geduldiges Beobachten: Tritt das Problem in denselben Räumen auf, bei jedem Wetter und auch mit einem zweiten Handy desselben Netzes, liegt es eher am Empfang vor Ort als an Ihrem Gerät.

  • Anrufe gehen ohne Klingeln direkt auf die Mailbox, obwohl das Handy eingeschaltet ist.
  • Gespräche brechen in bestimmten Räumen ab und klappen am Fenster oder im Garten.
  • Die Anzeige wechselt im Haus zwischen wenigen Balken und keinem Netz.
  • SMS und Benachrichtigungen kommen mit Verzögerung an.
  • Der Akku leert sich in diesen Räumen oft schneller; weitere Hebel dafür stehen im Beitrag Handy-Akku länger halten.
  • Ein zweites Handy mit einer SIM-Karte desselben Netzes zeigt dasselbe Bild.

Erst festhalten, wo das Netz fehlt

Bevor Sie etwas ändern, lohnt ein Rundgang durchs Haus. Die App Mobilfunk-Check der Bundesnetzagentur hat dafür eine Funktion namens Netzcheck. Laut breitbandmessung.de erfasst sie die Netzverfügbarkeit, also ob kein Netz, 2G, 4G oder 5G anliegt, und speichert die Ergebnisse orts- und zeitgebunden auf dem Smartphone; die App ist kostenlos und ohne Werbung. So entsteht eine einfache Karte Ihrer Funklöcher: Keller, Werkstatt, Schlafzimmer, Anbau. Wichtig ist der Unterschied zur Nachweis-App, um die es weiter unten geht: Der Netzcheck dokumentiert, der Nachweis begründet Rechte.

WLAN-Telefonie: das Telefonat über den Router

WLAN-Telefonie, je nach Anbieter auch WLAN Call oder WLAN-Anrufe genannt, verlegt den Weg des Gesprächs. Statt über den nächsten Mast läuft der Anruf über Ihr WLAN und Ihren Internetanschluss ins Netz Ihres Mobilfunkanbieters. An der Bedienung ändert sich nichts: Sie wählen wie gewohnt in der Telefon-App, Ihre Handynummer wird übertragen, und wer Sie anruft, erreicht Sie unter derselben Nummer. Eine zusätzliche App ist dafür nicht nötig. Genau das unterscheidet WLAN-Telefonie von Anrufen über einen Messenger, bei denen beide Seiten dieselbe App brauchen und keine Telefonnummer im eigentlichen Sinn angerufen wird.

Apple beschreibt den Zweck der Funktion in einem Satz: Wer in einem Bereich mit schwacher oder fehlender Mobilfunkabdeckung eine WLAN-Verbindung hat, kann mit WLAN-Anrufen einen Sprachanruf tätigen oder empfangen. Das trifft den Keller, den Anbau und das Haus am Ortsrand ziemlich genau. Damit es klappt, müssen drei Dinge zusammenpassen: Ihr Tarif muss die Funktion enthalten, Ihr Smartphone muss sie unterstützen, und am Ort des Gesprächs muss ein stabiles WLAN anliegen. Fehlt eines davon, lässt sich die Funktion nicht nutzen, oder das Gespräch läuft weiter über das schwache Mobilfunknetz.

Der Tarif

WLAN-Telefonie ist eine Leistung des Mobilfunkanbieters. Ob sie in Ihrem Tarif enthalten ist, steht in den Tarifdetails oder im Kundenkonto; bei manchen Anbietern muss sie dort erst freigeschaltet werden.

Das Smartphone

Das Gerät muss die Funktion für Ihren Anbieter unterstützen. Bei älteren Modellen und bei Geräten, die im Ausland gekauft wurden, fehlt sie manchmal. Aktuelle Software hilft, weil Anbietereinstellungen mit Updates kommen.

Das WLAN

Entscheidend ist das WLAN an der Stelle, an der Sie telefonieren, nicht am Router. Ein schwaches WLAN im Keller ersetzt ein schwaches Mobilfunknetz im Keller nicht.

So schalten Sie WLAN-Anrufe ein

Am iPhone führt Apple den Weg so auf: die Einstellungen öffnen, auf „Mobilfunk“ tippen, bei mehreren SIM-Karten die gewünschte Leitung wählen, dann „WLAN-Anrufe“ antippen und die Funktion aktivieren. Eventuell fragt das iPhone dabei nach einer Adresse für Rettungsdienste; tragen Sie dort Ihre Wohnadresse ein oder bestätigen Sie sie. Ob es geklappt hat, zeigt laut Apple das Kontrollzentrum: Sind WLAN-Anrufe verfügbar, erscheint dort „WLAN“ in der Statusleiste, und Sie telefonieren automatisch per WLAN-Anruf.

  1. Einstellungen öffnen und auf „Mobilfunk“ tippen.
  2. Bei zwei SIM-Karten die Leitung wählen, über die Sie per WLAN telefonieren möchten.
  3. „WLAN-Anrufe“ antippen und die Funktion aktivieren.
  4. Die Adresse für Rettungsdienste eingeben oder bestätigen, falls danach gefragt wird.
  5. Das Kontrollzentrum öffnen und prüfen, ob in der Statusleiste „WLAN“ erscheint.
  6. Einen Testanruf bei einer vertrauten Person führen, am besten in dem Raum, in dem der Empfang sonst fehlt.

Bei Android-Smartphones heißt die Option je nach Hersteller und Softwarestand unterschiedlich. Häufig liegt der Schalter in den Einstellungen unter Verbindungen, Netzwerk und Internet oder Mobilfunknetze, gelegentlich auch in den Einstellungen der Telefon-App. Die Bezeichnungen reichen von WLAN-Anrufe über WLAN-Telefonie bis WLAN Call. Am schnellsten führt die Suchfunktion der Einstellungen zum Ziel: Suchen Sie nach WLAN und Anruf. Wie beim iPhone bewirkt der Schalter erst etwas, wenn Ihr Anbieter die Funktion für Ihren Tarif freigegeben hat. Wer sein Gerät Schritt für Schritt kennenlernen möchte, findet dafür unsere Android-Kurse und iPhone-Kurse.

Wenn der Schalter fehlt

Fehlt die Option in den Einstellungen, liegt es meist am Tarif oder an veralteter Software. Drei Schritte klären das in der Regel: im Kundenkonto oder in der App des Anbieters nachsehen, ob WLAN-Telefonie gebucht und aktiv ist; die Software des Smartphones aktualisieren; das Gerät einmal neu starten. Bleibt die Option danach verschwunden, fragen Sie beim Anbieter nach, ob Ihr Gerätemodell für die Funktion freigegeben ist. Wie ein WLAN-Anruf abgerechnet wird, regelt Ihr Tarif; vor Reisen ins Ausland lohnt ein Blick in die Tarifbedingungen.

Wo telefoniert wird, muss das WLAN reichen

WLAN-Telefonie verschiebt das Problem vom Mobilfunk ins eigene Netz. Das ist ein Vorteil, weil sich das eigene WLAN verbessern lässt, der Mast des Anbieters dagegen nicht. Es bedeutet aber auch: Wo das WLAN schwach ist, ist auch das WLAN-Telefonat schwach. Sprache braucht wenig Bandbreite, reagiert aber empfindlich auf Aussetzer. Ein WLAN, das für eine Webseite noch reicht, kann für ein Gespräch zu wackelig sein, wenn es ständig zwischen gutem und schlechtem Empfang schwankt.

Der häufigste Engpass im Haus ist der Abstand zwischen Router und Telefonierort. Steht der Router im Flur im Erdgeschoss, kommen im Keller, im Dachgeschoss oder im Anbau oft nur Reste an. Die Abhilfe ist dieselbe wie bei jedem WLAN-Funkloch: den Router an einen günstigeren Platz stellen, ein Mesh-System mit mehreren Zugangspunkten aufbauen oder einen Zugangspunkt per Netzwerkkabel in den betroffenen Gebäudeteil legen. Wie das im Einzelnen geht, beschreiben die Beiträge WLAN im ganzen Haus mit Mesh und WLAN-Funklöcher zuhause beseitigen; eine kurze Antwort gibt es unter Mein WLAN reicht nicht bis ins Schlafzimmer.

Ort im HausTypisches ProblemWas in der Regel hilft
Keller, WerkstattErdreich und Beton schirmen den Mobilfunk ab, das WLAN aus dem Erdgeschoss kommt kaum anZugangspunkt im Keller, per Netzwerkkabel oder über das Mesh angebunden
Anbau, WintergartenDie alte Außenwand liegt zwischen Router und RaumMesh-Zugangspunkt in der Nähe des Übergangs zum Anbau
DachgeschossBetondecke zwischen Router und ArbeitszimmerZweiter Zugangspunkt im Obergeschoss statt eines Steckdosen-Repeaters im Flur
Einfahrt, GartenDas WLAN endet an der Hauswand, das Gespräch muss ins Mobilfunknetz wechselnDen Übergang an eine Stelle legen, an der der Mobilfunk gut ist
Wohnzimmer mit WärmeschutzfensternMobilfunk von außen stark gedämpft, WLAN meist gutWLAN-Anrufe einschalten; hier genügt oft schon der Schalter

Beim Verlassen des Hauses stellt sich die Frage nach dem Umschalten. Das Smartphone kann ein laufendes Gespräch in der Regel vom WLAN ins Mobilfunknetz übergeben, wenn Tarif und Gerät das unterstützen. Heikel ist die Grenze der WLAN-Reichweite: Dort hält das Gerät ein schwaches WLAN manchmal zu lange fest, und das Gespräch setzt kurz aus, bevor es wechselt. Wer an der Haustür oder in der Einfahrt regelmäßig Aussetzer hat, führt längere Telefonate besser im Haus oder sorgt dafür, dass das WLAN an dieser Stelle entweder gut oder gar nicht mehr anliegt. Dafür lassen sich Standort und Sendeleistung der Zugangspunkte anpassen; wie das am eigenen Router geht, zeigt die Leistung FRITZ!Box einrichten lassen.

Ein Router-Neustart beendet das Gespräch

Solange Sie per WLAN telefonieren, hängt das Gespräch am Router. Ein Neustart, ein Software-Update oder ein ausgestecktes Netzteil beendet es. Legen Sie Arbeiten am Router deshalb nicht in eine Zeit, in der jemand im Haus auf einen wichtigen Anruf wartet, und stellen Sie automatische Updates auf die Nachtstunden.

Notruf, Stromausfall und andere Grenzen

Beim Notruf lohnt ein genauer Blick. Nach § 164 Absatz 1 TKG müssen Anbieter von Telefondiensten Vorkehrungen treffen, damit unentgeltliche Notrufverbindungen über die europaeinheitliche Notrufnummer 112 und die zusätzliche nationale Notrufnummer 110 möglich sind. Mit der Notrufverbindung sind der Notrufabfragestelle die Rufnummer und die Daten zu übermitteln, die zur Ermittlung des Standortes erforderlich sind. Der Wortlaut knüpft an den Telefondienst an und nennt keinen bestimmten Übertragungsweg.

Wie das Smartphone im Ernstfall entscheidet, beschreibt Apple für das iPhone so: Ist das Mobilfunknetz verfügbar, werden Notrufe darüber getätigt. Mit eingeschalteten WLAN-Anrufen können Notrufe über WLAN abgesetzt werden, wenn kein Empfang besteht. Deshalb fragt das iPhone beim Einschalten nach der Adresse für Rettungsdienste. Halten Sie diese Angabe aktuell, besonders nach einem Umzug. Für Menschen, die allein leben und auf einen verlässlichen Notruf angewiesen sind, ersetzt ein Handy mit WLAN-Anrufen kein Hausnotrufsystem; worauf es dort ankommt, steht im Beitrag Hausnotruf für Senioren.

Den Notruf nie zum Testen wählen

Ob WLAN-Anrufe funktionieren, prüfen Sie mit einem Anruf bei Familie oder Freunden, nie mit der 112 oder der 110. Notrufverbindungen sind nach § 164 Absatz 1 TKG vorrangig vor anderen Verbindungen herzustellen; ein Probeanruf bindet dort Kräfte, die im Ernstfall anderswo fehlen.

Die zweite Grenze ist der Strom. WLAN-Telefonie braucht einen laufenden Router und einen funktionierenden Internetanschluss. Fällt der Strom aus, fällt das WLAN mit aus, und das Smartphone ist wieder auf das Mobilfunknetz angewiesen, also genau auf das Netz, das im Keller schwach ist. Dasselbe gilt bei einer Störung des Internetanschlusses. Wer vorsorgen möchte, findet im Beitrag Stromausfall zuhause: Technik vorbereiten die passenden Schritte, und bei einer Störung der Leitung hilft der Beitrag Internet-Störung: Ursache finden, Rechte nutzen.

  • Laut Apple kann die Funktion nicht in allen WLAN-Netzwerken genutzt werden. Im Gäste-WLAN oder in fremden Netzen, etwa bei Nachbarn oder im Hotel, kann ein WLAN-Anruf deshalb scheitern, obwohl das Internet dort funktioniert.
  • Bei Dual-SIM-Geräten gilt die Einstellung je Leitung; prüfen Sie beide Rufnummern.
  • Laut Apple lassen sich WLAN-Anrufe auch auf weiteren Geräten wie iPad oder Mac nutzen, wenn der Anbieter WLAN-Anrufe auf mit iCloud verbundenen Geräten unterstützt.
  • Ein Festnetztelefon läuft heute in der Regel ebenfalls über den Router; es hilft bei schlechtem Mobilfunk, ist aber bei Stromausfall keine Reserve.
  • Unerwünschte Anrufe kommen per WLAN genauso an wie über das Mobilfunknetz; wie Sie sie sperren, zeigt der Beitrag Werbeanrufe und Betrugsanrufe stoppen.

Wenn mobiles Internet dauerhaft zu langsam ist

Der zweite Weg betrifft nicht das Telefonieren, sondern das mobile Internet. Die Bundesnetzagentur hat im April 2026 eine Allgemeinverfügung zu den Minderleistungsregelungen für Mobilfunk-Internetzugänge und eine Handreichung zum Nachweis veröffentlicht; die Regelungen gelten seit dem 20. April 2026. Rechtsgrundlage ist § 57 Absatz 4 TKG. Danach ist der Verbraucher bei erheblichen, kontinuierlichen oder regelmäßig wiederkehrenden Abweichungen bei der Geschwindigkeit berechtigt, das vertraglich vereinbarte Entgelt zu mindern oder den Vertrag außerordentlich ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist zu kündigen. Die Abweichung muss mit einem Überwachungsmechanismus ermittelt werden, den die Bundesnetzagentur bereitstellt.

Wichtig ist die Trennung: Die Regeln betreffen die Geschwindigkeit der mobilen Datenverbindung, nicht die Sprachqualität. Laut breitbandmessung.de vergleicht die Nachweis-App die tatsächlich gemessene Datenübertragungsrate mit der vertraglich vereinbarten geschätzten maximalen Datenübertragungsrate. Abgebrochene Telefonate und blecherner Klang fließen in diese Messung nicht ein; dafür bleibt WLAN-Telefonie der schnellere Weg. Für das Festnetz gibt es vergleichbare Regeln schon länger: Die Bundesnetzagentur hatte sie bereits im Jahr 2021 erlassen, und wie sie bei einer Störung am Anschluss helfen, beschreibt der eingangs verlinkte Beitrag zur Internet-Störung.

Das Verfahren ist genau festgelegt. Laut Bundesnetzagentur sind für den Nachweis grundsätzlich 30 Messungen notwendig, verteilt auf fünf Kalendertage mit jeweils sechs Messungen pro Tag. Eine erhebliche Abweichung liegt vor, wenn an mindestens drei der fünf Messtage die vereinbarte geschätzte maximale Geschwindigkeit, verringert um bestimmte Abschläge, nicht erreicht wird. Liegen die nötigen Nachweise schon nach drei Messtagen vor, endet die Messkampagne vorzeitig.

Haushaltsdichte laut BundesnetzagenturAbschlagMindestens zu erreichenRechenbeispiel bei vereinbarten 200 Mbit/s
hoch75 Prozent25 Prozent50 Mbit/s
mittel85 Prozent15 Prozent30 Mbit/s
niedrig90 Prozent10 Prozent20 Mbit/s

Das Rechenbeispiel ist frei gewählt und zeigt nur die Mechanik; maßgeblich ist die geschätzte maximale Geschwindigkeit aus Ihrem eigenen Vertrag. Die Bundesnetzagentur hat die Abschläge regional unterschieden und das Bundesgebiet dafür in Rasterzellen von 300 mal 300 Metern eingeteilt. Der Grund laut Bundesnetzagentur: Im Mobilfunk wird die Leistung nicht an einem festen Standort erbracht, und mehrere Nutzer teilen sich die vor Ort verfügbare Leistung. Die Nachweis-App ordnet den Standort jeder Messung automatisch einer Haushaltsdichtekategorie zu. In den Dörfern rund um Hildesheim und im Leinetal liegt eine mittlere oder niedrige Kategorie nahe; verbindlich ist aber allein die Zuordnung der App.

  1. Vertragsunterlagen heraussuchen: Maßgeblich ist die dort angegebene geschätzte maximale Geschwindigkeit.
  2. Die App „Breitbandmessung Nachweisverfahren Mobilfunk“ laden; sie ist laut Bundesnetzagentur in den gängigen App-Stores kostenfrei.
  3. An fünf Kalendertagen jeweils sechs Messungen durchführen; die App führt durch das Verfahren.
  4. Das Ergebnis sichern, bevor Sie sich an den Anbieter wenden.
  5. Beim Anbieter schriftlich die Minderung verlangen oder außerordentlich kündigen und sich dabei auf § 57 Absatz 4 TKG stützen.
  6. Bei Unsicherheit eine Verbraucherberatung einbeziehen, bevor Sie kündigen.

Bei der Minderung ist das vertraglich vereinbarte Entgelt in dem Verhältnis herabzusetzen, in welchem die tatsächliche Leistung von der vertraglich vereinbarten Leistung abweicht.

§ 57 Absatz 4 Satz 2 TKG

Die Minderung richtet sich also nach dem Verhältnis zwischen tatsächlicher und vereinbarter Leistung, nicht nach einem Pauschalbetrag. Ist die Minderleistung nachgewiesen, besteht das Recht zur Minderung nach § 57 Absatz 4 TKG so lange fort, bis der Anbieter nachweist, dass er die vertraglich vereinbarte Leistung ordnungsgemäß erbringt. Ob sich Minderung oder Kündigung mehr lohnt, hängt davon ab, ob es in Ihrer Gegend ein besseres Netz gibt. Die Messung beantwortet diese Frage nicht, sie schafft aber eine belastbare Grundlage für das Gespräch mit dem Anbieter.

Was die Messung nicht ersetzt

Die Nachweis-App misst die mobile Datenleistung. Sie ersetzt keine Rechtsberatung, und ob eine Minderung im Einzelfall durchgreift, klären Anbieter, Schlichtung oder Gericht. Für den Alltag im Haus bringt ein eingeschaltetes WLAN-Telefonat in der Regel schneller Ruhe als ein Messverfahren über fünf Kalendertage. Beides schließt sich nicht aus: WLAN-Anrufe lösen das Telefonieren im Haus, die Messung klärt, ob der Vertrag eingehalten wird.

So gehen wir beim Termin vor

Empfang prüfen

Wir gehen mit Ihnen durch die Räume, in denen das Netz fehlt, und halten fest, wo Mobilfunk und WLAN jeweils ankommen. Dafür nutzen wir den Netzcheck der App Mobilfunk-Check, damit Sie das später selbst wiederholen können.

WLAN-Anrufe einschalten

Gemeinsam mit Ihnen sehen wir im Kundenkonto Ihres Anbieters nach, ob die Funktion im Tarif enthalten ist, schalten sie am Smartphone ein und machen einen Testanruf in dem Raum, in dem es vorher nicht ging.

WLAN dorthin bringen

Reicht das WLAN nicht bis in Keller oder Anbau, planen wir mit Ihnen den passenden Weg: anderer Router-Standort, Mesh oder ein Zugangspunkt per Kabel. Gekauft wird nur, was nötig ist.

Der Termin findet bei Ihnen zu Hause statt, im Raum Hildesheim und Leinetal. Für das Heimnetz gibt es die Leistung WLAN optimieren lassen, für den Umgang mit dem Smartphone selbst die Smartphone-Kurse. Wer es ruhig und Schritt für Schritt möchte, findet unter Technik für Senioren den passenden Rahmen, und für die Stadt selbst gibt es die Seite Technikhilfe Hildesheim. Was ein Termin kostet, steht in der Antwort Was kostet ein Hausbesuch?; einen Termin vereinbaren Sie über Kontakt.

Quellen

Dieser Beitrag stützt sich auf folgende Quellen, abgerufen am 23.09.2026: die Pressemitteilung der Bundesnetzagentur „Bundesnetzagentur veröffentlicht Regelungen für den Nachweis einer Minderleistung im Mobilfunk“ vom 15.04.2026; die Seite „Mobil testen“ auf breitbandmessung.de mit den Beschreibungen der Apps Mobilfunk-Check und Nachweisverfahren Mobilfunk; § 57 TKG (Vertragsänderung, Minderung und außerordentliche Kündigung) und § 164 TKG (Notruf), veröffentlicht bei gesetze-im-internet.de; sowie die Apple-Support-Seite „WLAN-Anrufe tätigen“. Der Beitrag gibt diese Quellen wieder und ist keine Rechtsberatung.

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